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Internationaler Expansionsdrang sorgt für steigende Ladenmieten

Die Nachfrage nach Ladenlokalen in 1A-Lagen ist im Jahr 2011 auf den höchsten Stand seit der Wiedervereinigung gestiegen, wie Comfort analysiert. Dabei sorgt vor allem der internationale Expansionsdrang für steigende Mietpreise in deutschen Städten.

Besonders gefragt sind die klassischen Einkaufslagen der Innenstädte. Nach einem zweijährigen Trend leichter Rückgänge legte in den von Comfort untersuchten 170 Städten die Spitzenmiete für kleinere Flächen in 2011 im Vergleich zu 2010 im Durchschnitt umd rund ein Prozent zu. Vor allem die Spitzenmieten in den Top-Lagen von München (+ 6,5 %), Berlin (+ 3,8 %), Frankfurt (+ 6,3 %), Hamburg (+ 5,3 %), Düsseldorf (+ 4,6 %), Köln (+ 2,0 %), Stuttgart (+ 2,1 %) und Hannover (+ 2,8 %) hat weiter zugelegt.

Auch eine Reihe von kleineren und mittleren Städten außerhalb der Top 25 legte zu: Göttingen (+ 7,6 %), Jena (+ 10,0 %), Konstanz (+ 7,7 %), Krefeld (+ 4,17 %), Lörrach (+ 11,1 %), Lüneburg (+ 6,7 %), Offenburg (+ 20 %), Oldenburg (+ 11,1 %), Osnabrück (+ 5,6 %), Ravensburg (+ 7,1 %), Schwerin (14,3 %) und Stralsund (12,5 %).

Bei Entwicklern geraten verstärkt kleinere Städte ins Visier. Aktuelle Beispiele sind Neumarkt in der Oberpfalz (ca. 41.000 Einwohner, aktuell läuft eine Centerplanung für ein Center über ca. 12.500 m²). In Datteln (ca. 36.000 Einwohner) wird die StadtGalerie (rund 10.000 m²) geplant, in Meppen (rund 35.000 Einwohner) gibt es eine rund 17.000 m² große Centerplanung und in Ingelheim (ca. 24.000 Einwohner) wird die „Neue Mitte“ (ca. 14.000 m²) geplant.

Für inhabergeführten Einzelhandel wird es schwieriger

Nach Aussage der GfK Geo-Marketing hat sich die bundesweite, durchschnittliche Flächenproduktivität verbessert, und zwar von zirka 3.380 Euro pro Quadratmeter in 2009 auf zirka 3.420 Euro pro Quadratmeter 2010. Speziell die Umsätze in den in den 1A-Lagen dominierenden, klassischen Segmenten Textil, Schuhe und Lederwaren haben noch einmal zugelegt.

Für den überwiegenden Teil des inhabergeführten Einzelhandels wird es immer schwieriger, beim Wettbewerb um die begehrten Standorte in den Top-Lagen mitzuhalten. Ausnahmen inhabergeführter Platzhirsche wie Engelhorn in Mannheim, Kaiser in Freiburg, Eickhoff auf der Kö in Düsseldorf, L+T in Osnabrück, Hirmer, Lodenfrey, Ludwig Beck und Konen in München bestätigen nur die Regel.

Tatsache ist jedoch, dass die Filialisten weiter auf dem Vormarsch sind. Verstärkt wird diese Tendenz dadurch, dass viele Marken selbst mehr und mehr zu Retailern würden und eigene Läden forcierten.

Auch die Anzahl der realisierten Übernahmen von Modefirmen hat in den vergangenen zwölf Monaten deutlich zugelegt, was ebenfalls ein deutliches Zeichen für die gewachsene Attraktivität der Branche ist. Aktuelle Beispiele: Jack Wolfskin wurde von Blackstone gekauft. Belstaff und Jimmy Choo gingen an die “Luxusgruppe” Labelux (zu der unter anderem bereits Bally gehört). Liz Claiborne hat die Mehrheit an Mexx an den Investor The Gores Group verkauft. Kellwood hat Scotch & Soda übernommen. Mustang wurde an ACapital verkauft und Paule Ka ging an Change Capital Partners.

Luxus läuft nach wie vor

Der Markt für Luxusgüter boomt weiter. Davon profitieren in Deutschland die echten Luxusmeilen und repräsentativen Lagen, die bei der Mehrzahl der Luxusmarken ganz vorne auf der Liste der Top-Expansionsziele stehen.

Die Liste der Newcomer in Deutschland ist lang. Und der Run hält an. Im Großflächenbereich ist insbesondere der Young Fashion Spezialist Forever 21 zu nennen. Ebenso die irische Textilkette Primark, die Mode zu Discountpreisen anbietet und sich mittlerweile die ersten Innenstadtlagen bundesweit gesichert hat.

Andererseits gibt es Marken und Konzepte, die nicht breit distribuiert sind und gezielt und selektiv suchen. Beispiele sind die Outdoor-Labels Wellensteyn und Mammut, die japanische Lifestyle-Marke Muji, der exklusive Modeanbieter Karen Millen, die Schweizer Traditionsmarke Victorinox, die Kultschuhmarke Jimmy Choo, der Lifestyle-Anbieter Vans oder der britische Herrenausstatter Hackett London.

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