15.02.2012 | Investoren

Internationale Käufer investieren 1,4 Milliarden Pfund in London

Das Premiumsegment des Londoner Neubauwohnungsmarktes wird fast ausschließlich von internationalen Käufern bestimmt: Laut Savills investierten sie im Jahr 2011 1,4 Milliarden Pfund netto (ca. 1,67 Mrd. EUR).

Die Marktdynamik in diesem Segment gleicht eher der von Hong Kong und Singapur als der des britischen Immobilienmarktes außerhalb Londons. Ein großer Teil des ausländischen Kapitals stammt aus Verkäufen, die noch im Planungsstadium beziehungsweise vor Fertigstellung erfolgten. Das trägt dazu bei, dass bedeutende Neubauprojekte, die die Londoner Sykline verändern und wichtige Gebiete der Hauptstadt neu beleben werden, realisiert werden können.

Noch im Jahr 2009 waren drei Viertel der Käufer im Spitzensegment des Londoner Neubauwohnungsmarktes britischer Herkunft, im Jahr 2011 hingegen kamen zwei Drittel (63 %) aus dem Ausland. Am oberen Ende des Marktes zeichneten internationale Käufer für 88 Prozent aller Neubautransaktionen über fünf Millionen Pfund im Spitzensegment des Zentrums verantwortlich.

Käufer aus New Economy Regionen bevorzugen Neubauten

Es gibt eine klare Trennung zwischen alt und neu. Personen aus den New Economy-Regionen – vorrangig aus dem Asien-Pazifik-Raum, Russland sowie den GUS-Staaten – sind andere Käufertypen als die aus den etablierten Volkswirtschaften, das heißt UK, Nordamerika und dem Nahen Osten. Käufer aus den New Economy-Ländern sind viel eher geneigt, Neubauimmobilien zu erwerben und konzentrieren sich auf die neuen, zukunftsträchtigen Lagen Londons. Dort zahlen sie einen Zuschlag für die Qualität und den Seltenheitswert des Produkts.

Zahlenmäßig dominieren Käufer aus dem asiatisch-pazifischen Raum und China die ausländische Käufergruppe im Neubausektor, vor allem in den Märkten östlich der City. Nach nur vier Prozent in 2009 gehörten 2010 37 Prozent der Käufer dieser Gruppe an. Im Jahr 2011 lag ihr Anteil bei 33 Prozent. Dies spiegelt nicht nur die konzentrierten Marketingbemühungen in dieser Region wider, sondern auch das Interesse an Investitionen und die Bereitschaft, sich für Verkäufe noch in der Planungs- oder Bauphase zu entscheiden. Käufer aus Hong Kong, China, Singapur und Malaysia beherrschen den Wohnungsmarkt und kaufen zu günstigeren Preisen ein als die meisten anderen ausländischen Käufer.

Kapitalanlage als Hauptanreiz

Im Gegensatz zu Investoren aus dem Asien-Pazifik-Raum sind Käufer aus Russland, den GUS-Staaten sowie dem Nahen Osten und Nordafrika eher geneigt, Premiumimmobilien in Zentrumslagen in der Preisregion ab fünf Millionen Pfund zu erwerben.

In diesem Preissegment beherrschen internationale Käufer den Markt vollständig – auf sie entfielen 88 Prozent der Neubau-Transaktionen über fünf Millionen Pfund (gegenüber 64 % auf dem Markt für Gebrauchtimmobilien). Fast drei Viertel der Transkationen gehen auf das Konto von Käufern aus Osteuropa und den GUS-Staaten (47 %) sowie dem Nahen Osten und Afrika (24 %).

Investoren und Nutzer steuern den Markt für Neubauobjekte in nahezu gleichem Umfang, allerdings haben die verschiedenen Nationalitätengruppen sehr unterschiedliche Kaufmotive. Während Käufer aus dem Nahen Osten, Afrika und dem Asien-Pazifik-Raum vornehmlich Kapital anlegen wollen, erwerben Käufer vom asiatischen Subkontinent und aus Nordamerika ebenso wie einheimische für den Eigenbedarf oder zur Nutzung durch ihre Kinder.

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