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Internationale Filialisten setzen weiter auf deutsche Innenstädte

Deutschland bleibt auch in diesem Jahr vorrangiges Expansionsziel für europäische Einzelhändler. Zu diesem Ergebnis kommt das Trendbarometer 2012 von Lührmann. Dabei liegt die Konzentration auf 1A-Lagen.

Für die Studie wurden im November und Dezember 2011 insgesamt 87 Verantwortliche des Einzelhandels in der innerstädtischen 1A-Lage zu ihren Expansionsplänen 2012 befragt. Für 98 Prozent der interviewten Spezialisten bleibt der Standort Deutschland im europäischen Vergleich weiterhin attraktiv bis sehr attraktiv.

Das macht sich im Wettbewerb um die besten Flächen bemerkbar: Die Mieten für die schon jetzt seltenen Top-Locations, davon gehen die meisten Unternehmen aus, werden weiter steigen. An den Eigentümern lassen viele Filialisten kein gutes Haar: 88 Prozent stimmen überein, dass die Nebenkosten immer weiter auf den Mieter abgewälzt werden. Gleichzeitig sehen 54 Prozent keine zunehmende Investitionsbereitschaft der Eigentümerseite. Im Gegenteil: 81 Prozent sehen hier die Filialisten zunehmend in der Verantwortung.

„Die Empfindung mag subjektiv sein, den Hausherren sollte sie jedoch zu denken geben“, sagt Achim Weitkamp, geschäftsführender Gesellschafter bei Lührmann.

Fußgängerzonen gewinnen Vertrauensfrage

Generell positioniert sich die innerstädtische 1A-Lage jedoch als konkurrenzloser Retail-Standort, weit vor Fachmärkten, Flughäfen, B- und Stadtteillagen oder kleinen Shopping-Centern. Auch große innerstädtische Center laufen der Fußgängerzone nicht den Rang ab. Eindeutig gewinnt die gewachsene Einkaufslage die Vertrauensfrage. Die Mehrheit der befragten Einzelhändler will in die innerstädtische Bestlage und ist nicht zu Abstrichen bei der Lagequalität bereit.

Nahezu einstimmig gehen die Befragten von einer auch künftig ansteigenden Filialisierungsquote aus. „Neue Namen werden weiter für neuen Schwung in den Innenstädten sorgen“, so Weitkamp. Die Zeiten des flächendeckenden Zukleisterns mit gleichförmigen Filialen sei endgültig vorbei. Die Einzelhändler diversifizierten ihr Angebot zunehmend und hätten unterschiedliche Konzepte parat.

Weitere Ergebnisse im Überblick

  • Ostdeutschland bleibt als Expansionsziel für 67 Prozent der Befragten wenig attraktiv.
  • Städte unter 100.000 Einwohner sind für 43 Prozent der Befragten wenig attraktiv, Metropolen mit mehr als einer Millionen Einwohner sind hingegen bei 69 Prozent sehr begehrt.
  • Unangefochtener Spitzenreiter unter den Expansionszielen 2012 ist die 1A-Lage. Für 89 Prozent ist diese auch zukünftig sehr wichtig. Für alle weiteren Befragten zumindest wichtig.
  • Innenstädte werden als Expansionsziel für 46 Prozent noch wichtiger, während für 19 Prozent die Expansion in Center rückläufig ist. 61 Prozent erachten Center mit unter 17.000 Quadratmetern als unwichtig bis weniger wichtig, Center mit mehr als 17.000 Quadratmetern sind hingegen für 95 Prozent der Befragten ein wichtiges (51 %) bis sehr wichtiges (44 %) Expansionsziel.
  • Während 52 Prozent von sinkenden Mieten in B-Lagen ausgehen, rechnen 60 Prozent mit steigenden Mieten in der 1A-Lage. Gleichzeitig rechnen 53 Prozent, dass das Flächenangebot auf dem bestehenden Niveau verbleibt.
  • 62 Prozent der Befragten sehen Green-Building-Standards zukünftig eine tendenziell größere Rolle spielen.
  • Während 74 Prozent der Befragten die internationalen Filialisten 2012 als sehr aktiv in der Expansion ansehen, sagen 55 Prozent, dass nationale Filialisten lediglich moderat aktiv sein werden.
  • Neue Konzepte werden 2012 sehr aktiv sein, sagen 54 Prozent der Befragten.

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