Bei Bestandsimmobilien hat sich nichts verändert: Jeweils 92 Prozent der Banken finanzieren Büros und Wohnobjekte Bild: Michael Staudinger ⁄

Klassische Immobilienfinanzierer sind im dritten Quartal 2017 weniger finanzierungsbereit. Der Wert des aktuellen BF.Quartalsbarometers hat sich deutlich von 0,49 auf 0,02 Zähler eingetrübt. Dafür suchen institutionelle Investoren als alternative Fremdkapitalgeber verstärkt nach Anlagemöglichkeiten. "Das erhöht die ohnehin hohe Wettbewerbsintensität“, sagt Francesco Fedele, CEO der BF.direkt AG.

36,7 Prozent der befragten Finanzierungsexperten nehmen verstärkt alternative Kreditgeber am Markt wahr, 11,1 Prozent mehr als noch im Vorquartal. Das Geschäft mit Immobilienfinanzierungen über die Crowd nimmt zu.

Der Wettbewerbsdruck zeigt sich Fedele zufolge auch bei der Frage nach den Schwerpunkten bei der Kreditvergabe: Der Anteil der Institute, die sich auf die Pflege ihrer Bestandskunden konzentrieren, liegt bei 21,8 Prozent. Rund 60 Prozent der im Juli Befragten gaben an, dass Finanzierungen unter anderem wegen zu hoher Projektrisiken oder einem zu geringen Eigenkapitalanteil des Darlehensnehmers nicht zustande gekommen sind.

Nischenprodukte rücken in den Fokus

Ebenfalls ein Trend bei der Julibefragung: Die Margen bei der Finanzierung von Projektentwicklungen sind deutlich um 14 Basispunkte auf durchschnittlich 199 Basispunkte gestiegen. In den Quartalen zuvor waren die Margen nahe am Tiefststand der vergangenen beiden Jahre.

Bei der Finanzierung von Projektentwicklungen sind vermehrt Nischen im Fokus: 57,6 Prozent der Befragten sagten, dass sie Mikroapartments und Studentenwohnen finanzieren wollen – ein neuer Rekordwert. Das gaben im Vorquartal nur 53,7 Prozent an. Damit ist der Anteil für diese Assetklasse genauso hoch wie der Anteil an Bauträgerfinanzierungen von Wohnimmobilien (57,6 Prozent). Auch Sozialimmobilien wie Pflegeheime und Krankenhäuser verzeichnen einen Anstieg: um 4,1 Prozentpunkte auf 33,3 Prozent.

Nutzungsart Shopping-Center / Einzelhandelsimmobilien verliert

Bei der Finanzierung von Bestandsimmobilien gibt es keine großen Veränderungen. Jeweils rund 92 Prozent der Banken finanzieren Büro- und Wohnimmobilien. Die größte Veränderung bei den drei größten Assetklassen gab es bei der Nutzungsart Shopping-Center und Einzelhandelsimmobilien. Finanzierten im zweiten Quartal 2017 noch rund 84 Prozent Immobilien dieser Nutzungsart, waren es im dritten Quartal 2017 nur noch 79 Prozent.
Das BF.Quartalsbarometer, von Bulwiengesa erarbeitet, wird vierteljährlich von der BF.direkt AG veröffentlicht. Insgesamt werden rund 120 Experten befragt.

Schlagworte zum Thema:  Finanzierung, Immobilienfinanzierung, Versicherung

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