Sie sind die Schnittstelle zwischen Wissenschaft und Wirtschaft: Innovationszentren. Mehr als 350 davon gibt es bereits in Deutschland; Investoren, zumeist aus dem angelsächsischen Umfeld, interessieren sich zunehmend für diese Assetklasse, glaubt man Catella-Chefresearcher Thomas Beyerle. In Deutschland findet derzeit die größte Entwicklung in Hamburg statt.

Innovationsparks (in parkähnlichen Anlagen) sind regionale Keimzellen, bieten Anreiz zur technologischen Weiterentwicklung der ansässigen Unternehmen und zur Ansiedlung neuer Firmen – demnach sind sie ein wesentlicher Treiber für die Zukunftsfähigkeit der Regionen, heißt es in der Studie von Catella Research. Etablierte Technologieunternehmen treffen hier auf Startups, Universitätsinstitute, Forschungseinrichtungen oder Verbände. Coworking, flex space und rent a desk units seien hier bereits die Regel.

"Da sich zudem immer mehr Investoren für Innovationszentren interessieren, könnte sich in Deutschland eine neue Assetklasse, dem amerikanischen und angelsächsischen Modell folgend, etablieren", meint Beyerle.

Beispiel Hamburg: Innovationsparks werden ausgebaut

In Hamburg findet derzeit Catella zufolge die größte Entwicklung in Deutschland statt. Mit Unterstützung des Senats werden aktuell die vier bereits bestehenden Innovationsparks in Altona, Bergedorf, Harburg und Finkenwerder ausgebaut und vernetzt, um wissenschaftliche Erkenntnisse schneller in Unternehmen zu bringen und neue Geschäftsmodelle zu entwickeln. Hamburg verspricht sich davon die Schaffung von bis zu 20.000 neuen Arbeitsplätzen.

Die Pläne des rot-grünen Senats für die Innovationsparks seien "nicht mehr als viel PR", sagte Carstens Ovens von der CDU-Bürgerschaftsfraktion dem "Hamburger Abendblatt".

Von der Gründungsphase bis zum etablierten Unternehmen

In der Studie von Catella sind Innovationszentren in drei Typen aufgeteilt:

  • Inkubatoren, die vornehmlich Gründer subventionieren,
  • Technologiezentren, in denen sich hauptsächlich Technologieunternehmen wiederfinden, die noch nicht länger als sechs Jahre am Markt sind, aber aus der Subventionsphase bereits herausgewachsen sind sowie
  • technologie-orientierte Gewerbeparks, in denen sich etablierte Unternehmen ansiedeln, die ihr Geschäft bereits länger als sechs Jahre betreiben und Interesse an der Anmietung oder Pacht von Gewerbeflächen haben. Catella zufolge etablieren sich 98 Prozent der Startups eines Innovationszentrums im Zeitverlauf.

Allen gemeinsam ist eine Hochschule oder Forschungseinrichtung als Ankerinstitution sowie eine Gesamtfläche von mindestens 2,5 Hektar. Die Mietansätze reichen in der Spanne von drei bis zwölf Euro pro Quadratmeter.

Auf europäischer Ebene setzen das "Epicenter" in Stockholm, der "Technopark" Zürich und der Amsterdamer "Science Park" Maßstäbe.

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