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Immobilienfinanzierung dominiert Neugeschäft der Pfandbriefbanken

Historischer Pfandbrief: vdp erwartet einen soliden Umsatz 2013 mit Hypothekenpfandbriefen
Bild: vdp

Der Trend zur Verbreitung der besicherten Refinanzierung nach dem Modell des Pfandbriefs ist weltweit ungebrochen. Dabei dominiert die Immobilienfinanzierung nach Einschätzung des Verbandes deutscher Pfandbriefbanken (vdp) weiterhin das Neugeschäft der Pfandbriefbanken.

Zahlreiche Länder haben in den vergangenen Jahren bereits Covered-Bond-Gesetze neu eingeführt. In den USA, Kanada und Südkorea laufen entsprechende Gesetzgebungsverfahren, in Brasilien, Singapur und Marokko sind Covered-Bond-Gesetze in Vorbereitung.

Die Führungsposition des Pfandbriefs im Covered-Bond-Markt wird nicht zuletzt an der Zahl großvolumiger Emissionen und am Renditeabstand zu anderen Covered Bonds deutlich. Im großvolumigen Bereich gab es 2012 insgesamt 22 Benchmark- und drei Jumbo-Pfandbrief-Emissionen – bei im Jahresverlauf deutlich gesunkenen Renditeaufschlägen.

Verschiebung beim Pfandbriefabsatz zugunsten des Hypothekenpfandbriefs setzt sich fort

Trotz der positiven Entwicklungen ist der Absatz von Pfandbriefen 2012 gesunken. Verantwortlich für den Rückgang des Emissionsvolumens von 72,8 Milliarden Euro auf 56,5 Milliarden Euro waren insbesondere die beiden großvolumigen Tender der EZB, die den Refinanzierungsbedarf der Institute über andere Instrumente spürbar dämpften, sowie die Fortsetzung des seit Jahren währenden strukturell bedingten Rückgangs beim Emissionsvolumen Öffentlicher Pfandbriefe, der sich 2012 beschleunigt fortgesetzt hat.

Demgegenüber zeigte sich der Hypothekenpfandbrief in einem anspruchsvollen Umfeld weitgehend stabil. Sein Absatz ist gegenüber dem Vorjahr von 40,9 Milliarden Euro auf 38,5 Milliarden Euro nur leicht zurückgegangen, der Umlauf sank bedingt durch höhere Fälligkeiten ebenfalls leicht um 7,7 Milliarden Euro auf 216 Milliarden Euro.

Immobilienfinanzierung dominiert weiter Neugeschäft der Pfandbriefbanken

Neben den bereits genannten Faktoren war für den rückläufigen Pfandbriefabsatz auch die durch erhöhte Eigenkapitalanforderungen und eine zurückhaltende Nachfrage seitens der Kunden gedämpfte Kreditvergabe vieler Pfandbriefbanken verantwortlich – ein Zusammenhang, der den klaren realwirtschaftlichen Bezug des Pfandbriefs unterstreicht.

Im vergangenen Jahr haben die Institute in der Immobilienfinanzierung Darlehen im Volumen von 92,5 Milliarden Euro neu zugesagt; das entspricht einem vor dem Hintergrund der regulatorischen Veränderungen moderaten Rückgang um vier Prozent. Mit einem Anteil von 74,4 (Vorjahr: 70) Prozent dominiert die Immobilienfinanzierung weiter das Neugeschäft der Pfandbriefbanken. Demgegenüber setzte sich in der Staatsfinanzierung die seit Jahren zu beobachtende Konsolidierung fort, was insbesondere an den Maßnahmen der Kreditwirtschaft zum Bilanzsummenabbau und an der Euro-Schuldenkrise lag.

Die Darlehensneuzusagen sind in diesem Bereich von 29,4 Milliarden Euro 2011 auf 24,2 Milliarden Euro im abgelaufenen Jahr gesunken, was einem Rückgang um 17,7 Prozent entspricht.

Stabiler Pfandbriefabsatz für 2013 erwartet: reges Neugeschäft bei Wohnimmobilien

Für das laufende Jahr erwartet der vdp ein reges Neugeschäft bei Wohnimmobilien, bedingt durch eine Kombination von anhaltend hoher Nachfrage und einem historisch niedrigen Zinsniveau. Nach Auffassung des Verbandes sind auf dem deutschen Wohnimmobilienmarkt bisher keine Übertreibungen zu erkennen. Die Preisentwicklung steht weiterhin im Einklang mit den fundamentalen Marktbedingungen.

Bei Gewerbeimmobilien dürften die Neuzusagen 2013 sowohl im Inland als auch auf den ausländischen Märkten auf einem ähnlichen Niveau wie im Vorjahr liegen. In Deutschland erwartet der vdp eine stabile Nachfrage, während sich im Ausland die regionale Differenzierung fortsetzen dürfte – mit einer weiter verstärkten Fokussierung der Institute auf Märkte, die nicht oder kaum von Immobilienkrisen betroffen sind.

Vor dem Hintergrund dieser soliden Entwicklung im Aktivgeschäft gehen die Pfandbriefbanken von einem stabilen Pfandbriefabsatz in diesem Jahr aus, bei weiter niedrigen Spreads. Erwartet wird ein Bruttoabsatz von rund 60 Milliarden Euro, der zu mehr als zwei Dritteln auf Hypothekenpfandbriefe entfallen dürfte.

Schlagworte zum Thema:  Immobiliendienstleister, Immobilienfinanzierung, Pfandbriefbank

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