Bei der Finanzierung von Projektentwicklungen verlieren die Core-Segmente Büro und Wohnungen an Bedeutung Bild: Corbis

Die deutschen Immobilienfinanzierer zeigen sich nicht bester Laune. Diese Stimmung spiegelt sich im BF.Quartalsbarometer wider, das im ersten Quartal 2018 von 0,6 auf 0,23 Punkte gesunken ist. Im Vergleich zum Vorquartal schätzen nur noch 24,4 Prozent (Vorquartal: 38,8 Prozent) der Institute die Lage als progressiv ein. Die Bewertung des Neugeschäfts war nie gedämpfter seit Erhebung der Zahlen: 54 Prozent der Befragten gehen von einer Stagnation aus (plus 5,5 Prozentpunkte).

"Die verhaltenere Einschätzung der Entwicklung ist typisch zu Jahresbeginn", so Francesco Fedele, CEO der BF.direkt AG. Dies sei zurückzuführen auf Unsicherheiten der Institute in Bezug auf die weitere Markt- und Zinsentwicklung. "Vergleichbare Einschätzungen konnten wir am Jahresanfang 2016 und 2017 beobachten", sagt Fedele. Im vierten Quartal 2017 war das BF.Quartalsbarometer von 0,02 Punkten auf ein Jahreshoch von 0,6 Punkten gestiegen.

Kreditvolumen wird kleinteiliger

Zur Einschätzung des Neugeschäfts passt laut BF.direkt AG, dass das durchschnittliche Kreditvolumen bei Neugeschäften kleinteiliger wird: Der Anteil der Finanzierungen mit einem Volumen von weniger als zehn Millionen Euro stieg im aktuellen Quartal auf 29,7 Prozent, nach 22,9 Prozent im vierten Quartal 2017. "Aufgrund der Objektknappheit am Markt weichen die Banken auf kleinere Volumina aus", kommentiert Manuel Köppel, CFO der BF.direkt AG.

Risikoreiche Finanzierungen auf Vorquartalsniveau

Die Banken gehen weiterhin risikoreiche Finanzierungen ein. Loan-to-Values (LTV) bei Bestandsimmobilien (minus 0,5 Prozentpunkte) und Loan-to-Costs (LTC) bei Projektentwicklungen (minus ein Prozentpunkt) sinken nur minimal. Der durchschnittliche LTV (71,5 Prozent) und der LTC (73,5 Prozent) liegen damit nahe an den Höchstwerten aus dem Vorquartal.

Laut Analyse der BF.direkt AG gelingt es dabei den Instituten, sich die Risiken besser vergüten zu lassen. Bei Projektentwicklungen sind die Margen seit dem ersten Quartal 2017 um 27 Basispunkte auf 208 gestiegen. Bei Bestandsfinanzierungen stiegen die Margen seit dem zweiten Quartal des Vorjahres um acht Basispunkte auf 143.

Büro und Wohnen verlieren leicht an Bedeutung

Bei den finanzierten Nutzungsarten sind bei Projektentwicklungen und Bestandsimmobilien Verschiebungen hin zu Nischenprodukten zu beobachten. Die Core-Segmente Büro und Wohnen verlieren leicht an Bedeutung.

  • Im Bestand werden insbesondere Mikroapartments (plus 1,4 Prozentpunkte) und Hotelimmobilien (plus 1,3 Prozentpunkte) stärker finanziert.
  • Bei Projektentwicklungen verzeichnet das Logistiksegment (plus 1,6 Prozentpunkte) den stärksten Zuwachs.

Nachfrage nach alternativen Finanzierungsinstrumenten rückläufig

Entgegen dem langfristigen Trend schätzen 35,9 Prozent (minus 7,8 Prozentpunkte) befragten Institute die Nachfrage nach alternativen Finanzierungsinstrumenten als leicht rückläufig ein.

  • Unter den alternativen Finanzierungsformen ist Mezzaninekapital mit 46,2 Prozent (plus 7,3 Prozentpunkte) die am stärksten genutzte Finanzierungsform.
  • An zweiter Stelle folgen Eigenkapitalfinanzierungsformen wie Private Equity oder Joint Ventures mit
  • 26,9 Prozent (plus 10,2 Prozentpunkte).

Schlagworte zum Thema:  Immobilienfinanzierung, Neugeschäft

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