Immobilienbranche will auf alternative Finanzierung setzen

Hypothekenkreditfinanzierung und Nachrangdarlehen: Auf diese beiden Finanzierungsinstrumente wollen Unternehmen der Immobilienwirtschaft im laufenden Jahr verstärkt setzen. Unter den Bestandshaltern planen 53 Prozent eine Ausweitung dieser alternativen Lösungen, unter den Projektentwicklern sogar fast 60 Prozent. Das geht aus einer Umfrage der BF.direkt AG hervor.

Die BF.direkt AG hat die Befragung im Januar und Februar 2017 durchgeführt. Insgesamt wurden 191 Fragebögen versendet, 38 Unternehmen antworteten, was einer Rücklaufquote von 19,9 Prozent entspricht.

Bei den Bestandshaltern sind laut der Umfrage die wichtigsten verwendeten Strukturen Nachrangdarlehen (bei 40 Prozent der Bestandshalter), Schuldscheindarlehen (28 Prozent), Unternehmensanleihen (28 Prozent), Darlehen von Versicherungen (28 Prozent) und – bei börsennotierten Gesellschaften – Kapitalerhöhungen (28 Prozent). Die befragten Unternehmen haben 2017 umfassenden Kapitalbedarf (Eigenkapital + Fremdkapital): 42 Prozent der Projektentwickler planen für das laufende Jahr ein Projektvolumen von mehr als 100 Millionen Euro. Insgesamt beziffern rund 38 Prozent der Befragten ihren Kapitalbedarf für 2017 auf mehr als 100 Millionen Euro.

Bestandshalter: Alternative Finanzierungen bislang nur als Beimischung

Der größte Teil der befragten Bestandshalter (45 Prozent) bewegt sich laut der Umfrage in einem LTV-Korridor zwischen 50 und 70 Prozent. Die alternativen Finanzierungsinstrumente spielen bei einem größeren Teil (56 Prozent) nur eine untergeordnete Rolle oder werden lediglich als Beimischung im Finanzierungsmix genutzt (0 bis 5,0 Prozent in Bezug auf die gesamte  Finanzierungsstruktur). Allerdings gaben 34 Prozent der Bestandshalter an, dass die Alternativen einen Anteil zwischen elf und 30 Prozent an der gesamten Finanzierungsstruktur haben. Etwas mehr als die Hälfte der Bestandshalter hat einen Kapitalbedarf für das Jahr 2017 von bis zu 100 Millionen Euro.

Projektentwickler: Nachrangdarlehen sind das wichtigste alternative Finanzinstrument

Bei den befragten Projektentwicklern bringt das Gros der Befragten (71 Prozent) zwischen 11 und 20 Prozent Eigenkapital in seine Developments ein. Ein kleinerer Teil (24 Prozent) hat mit null bis zehn Prozent nur sehr wenig Eigenkapital. Bei den Developern gibt es laut der Umfrage klare Präferenzen bei der Nutzung der Alternativen: Rund zwei Drittel (59 Prozent) haben Nachrangdarlehen in ihrer Finanzstruktur. Danach folgen Eigenkapitalfinanzierungen, teils über Equity-Joint-Ventures (26 Prozent) oder sonstige Formen der Beteiligungsfinanzierung (33 Prozent). Dahinter folgen Darlehen von Versicherern und Versorgungswerken (26 Prozent). Die Developer haben laut der Umfrage umfassenden Kapitalbedarf (Eigenkapital plus Fremdkapital) für das Jahr 2017: Rund 44 Prozent benötigen bis zu 50 Millionen Euro, 15 Prozent zwischen 50 und 100 Millionen Euro und weitere 15 Prozent zwischen 100 und 200 Millionen Euro.

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