Die Grundstimmung unter den Analysten ist positiv. Der Kirchhoff-Stimmungsindikator "Immobilienaktien" ist optimistischer als im Vorjahr: Auf einer Skala von minus 100 bis plus 100 wurden 21,4 Punkte erreicht – das sind 9,1 Punkte mehr als im September 2017. Dabei sind die Perspektiven für Gewerbeimmobilienaktien mit 37,5 Punkten deutlich positiver als die für Wohnen mit 12,5 Punkten.

Bei der Erhebung 2017 wurden die Aussichten für Wohnimmobilienaktien sogar nur mit 4,5 Punkten bewertet, demnach zeigen sich die 14 befragten Analysten mittlerweile optimistischer, doch der Abstand zur Assetklasse Gewerbe (2017: 29,5 Punkte) bleibt groß.

Optimismus bei der Entwicklung der Immobilienaktien

Grund für den Optimismus unter den Analysten ist, dass sie weiter von wachsenden Immobilienwerten und Mieten sowie niedrigen Finanzierungskosten ausgehen. 50 Prozent (2017: 36 Prozent) der Befragten gehen von steigenden Kursen aus. Nur sieben Prozent (2017: 18 Prozent) erwarten sinkende Kurse.

In den vergangenen drei Jahren sind die Aktien der zehn größten deutschen börsennotierten Immobilienbestandshalter laut Kirchhoff um durchschnittlich 59 Prozent gestiegen. "Die Angebotsknappheit am Häusermarkt und der sehr gute Arbeitsmarkt bleiben die dominierenden Preistreiber“, so Stefan Scharff, Geschäftsführer und Immobilienanalyst bei SRC Research.

Dabei zeigt der Gewerbeinvestment-Markt die stärkste Dynamik. "Auf dem Gewerbeimmobilienmarkt erwarte ich ein leichtes Wachstum in den Bereichen Büro und Logistik", sagt Immobilienanalyst Ellis Acklin von First Berlin die Ergebnisse. Aktien von Unternehmen mit Fokus auf Gewerbeimmobilien sind der Umfrage zufolge um 18 Prozent gestiegen in den vergangenen sechs Monaten.

Leicht positiver Ausblick bei Wohnimmobilienaktien

"Die Wachstumsstory bleibt auch bei Wohnimmobilienaktien aufgrund der guten Fundamentaldaten attraktiv", meint Thomas Neuhold, Immobilienanalyst bei Kepler Cheuvreux: "Ich erwarte einen weiteren Anstieg der Mieterlöse und Mieteinnahmen der börsennotierten Wohnimmobilienbestandshalter."

Im kurzfristigen Szenario erreichen Wohnimmobilienaktien 14,3 Punkte (2017: 0 Punkte). Im mittelfristigen Szenario schneiden Wohnimmobilienaktien mit 10,7 Punkten schlechter ab. Ein Unsicherheitsfaktor für das kommende Jahr bleibt die Mietpreispolitik der neuen Regierung.

Vier AGs mit Gewerbe-Fokus in den Top 10

In den Top 10 der deutschen Immobilienaktiengesellschaften befinden sich vier Unternehmen, die den Fokus auf Gewerbeimmobilien legen. Im Mittel weisen diese Gesellschaften einen Abschlag auf den NAV auf. Bestandshalter mit dem Fokus auf Wohnimmobilien werden laut Umfrage mit einem Aufschlag von rund 16 Prozent gehandelt.

"Trotz nachfragebedingter Preissteigerungen waren die Bewertungsanpassungen der Portfolien und damit NAV-Steigerungen moderater ausgeprägt als bei den Wohnimmobilien-Unternehmen", sagt Andre Remke, Immobilienanalyst bei der Baader Bank. "Daraus ergibt sich Aufholpotenzial".

Sowohl im kurzfristigen Szenario (79 Prozent) als auch im mittelfristigen Szenario (64 Prozent) erwartet die Mehrheit der befragten Immobilienanalysten im Segment Gewerbe steigende Immobilienkurse von plus fünf Prozent bis plus 15 Prozent. Die Gewerbeimmobilien-Aktien würde demnach ihren Wachstumskurs der vergangenen zwölf Monate weiter fortsetzen und zum hohen Bewertungsniveau von Wohnimmobilienaktien weiter aufschließen.