Immobilienaktien: Deutsche REITs performen stark

Offene Immobilienfonds sind wegen hoher Erträge derzeit ein Verkaufsschlager. Die zu erwartenden Renditen der Fonds liegen Analysten zufolge jedoch weit hinter jenen deutscher börsennotierten Immobilienaktien (REITs) – die haben zwischen Januar bis Oktober 2019 den deutschen Aktienmarkt abgehängt.

Deutsche börsennotierte Immobilienaktien – Real Estate Investment Trusts (REITs) – haben den deutschen Aktienmarkt in den ersten neun Monaten dieses Jahres weit hinter sich gelassen – und haben dem globalen Investmentmanager Timbercreek zufolge das Potenzial weltweit weiter zu steigen. Für 2020 werden demnach Renditen von bis zu 10,6 Prozent im Durchschnitt erwartet. Das wären im Vergleich zum Vorjahr noch einmal 0,2 Prozentpunkte mehr.

Dream Global beispielsweise, die in Frankfurt am Main und in Toronto (Kanada) gelistet sind und vor allem Büroimmobilien in Deutschland und den Niederlanden im Bestand haben, wurden laut Timbercreek vor Kurzem von der Private-Equity-Gesellschaft Blackstone mit einem Aufschlag von neun Prozent über dem zuletzt bewerteten Nettoimmobilienwert gekauft.

Werte deutscher Immobilientitel performen

Der DIMAX, Index der börsennotierten deutschen Immobiliengesellschaften, stieg in den vergangenen fünf Jahren um 114 Prozent. Und der deutsche RX REIT (Performance-Index), der unter anderem die Wertentwicklung der Immobilienaktien von Hamborner und Alstria Office abbildet, hat laut Nachrichtenagentur Bloomberg seit Jahresbeginn bis zum Stichtag 31. Oktober um knapp 38 Prozent zugelegt – die Performance des deutschen Aktienindex DAX sei im Vergleichszeitraum nur um rund 22 Prozent geklettert.

Im RX REIT ist die Aktie der Alstria Office REIT-AG "ein heller, wenn auch kleiner Stern am Aktienhimmel", schreibt Anlageexperte Michael Schnoor bei finanzen.net. Der Kurs habe seit Jahresbeginn um 37,5 Prozent (Stand 13.11.2019) zugelegt – bei einem sehr geringen Schwankungsrisiko (Volatilität von nur 13,3 Prozent). Die Papiere des größten deutschen Wohnungskonzerns Vonovia hätten in diesem Zeitraum um 21 Prozent zugelegt, bei einer Volatilität von 19,6 Prozent.

Beim Vonovia-Hauptkonkurrenten Deutsche Wohnen, notiert im MDax, mussten Anleger laut Schnoor seit dem 1. Januar einen massiven Kursverlust von 13,7 Prozent hinnehmen. Und das bei enormen Kursschwankungen: Hier lag die Volatilität bei 23,5 Prozent. Auf den fallenden Kurs hatten unter anderem die Diskussionen um den Berliner Mietendeckel Einfluss. Nach dem am 12.11.2019 ankündigten Aktienrückkaufprogamm erholten sich die Papiere wieder leicht.

Beim deutschen Immobilienkonzern LEG lag die Gesamtrendite in den ersten neun Monaten nach eigenen Angaben bei 11,4 Prozent.


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Schlagworte zum Thema:  Immobilienaktien, Rendite