Viele Deutsche sind noch unsicher, ob sie über das Internet und die Crowd in Immobilien investieren wollen, oft fehlt die Beratung Bild: Haufe Online Redaktion

17 Prozent der Bevölkerung wissen, dass man mit Crowdinvesting in Immobilien anlegen kann, aber nur 13 Prozent der Deutschen können sich vorstellen, es auch zu tun. Zu diesen Ergebnissen kommt eine Umfrage des Demoskopie-Instituts Allensbach im Auftrag der Crowdinvesting-Plattform iFunded.de. Das Potenzial, dass diese Finanzierungsart auf eine breitere Akzeptanz trifft, sei vorhanden, doch fehle es vor allem an Beratung.

Es zeige sich deutlich, dass Crowdinvesting für Immobilien in Deutschland noch in der Entwicklungsphase stecke, es aber zumindest eine Grundbekanntheit gebe, die viel Luft nach oben biete, so Dr. Thomas Petersen, Projektleiter am Institut. Vertrauensbildung sei hier der Schlüssel. Doch klassische Finanzdienstleister wie Banken tun sich der Allensbach-Studie zum Immobilien-Crowdinvesting zufolge zumeist noch schwer damit, Kunden die neue Anlageform anzubieten.

Einem Bericht der Frankfurter Allgemeinen Zeitung zufolge hat sich das Crowdinvesting im vergangenen Jahr mit einem Volumen von rund 59 Millionen Euro seit 2014 immerhin mehr als verdoppelt. Zu verdanken sei dies allein dem Crowdinvesting in Immobilien, in das mittlerweile zwei von drei Euros fließen. 2015 war es nur rund jeder Dritte.

Crowdfunding am bekanntesten unter leitenden Angestellten und Beamten

Eine deutliche Korrelation zeigt sich der Studie zufolge bezüglich der Schulbildung und der Bekanntheit des Überbegriffs Crowdfunding. 24 Prozent der Volks- und Hauptschulabgänger ist Crowdfunding geläufig, bei Absolventen der Mittleren Reife sind es 44 Prozent und Abiturienten sowie Studenten haben mit 70 Prozent mehrheitlich davon gehört.

Innerhalb der Berufskreise variiert die Bekanntheit des Crowdfundings: „Schon davon gehört“ und „schon näher damit beschäftigt“ haben sich mit 61 Prozent in erster Linie leitende Angestellte und Beamte, gefolgt von Selbstständigen (55 Prozent). Einfache Angestellte und Beamte kommen auf 45 Prozent. Weniger bekannt ist die Anlageform bei Facharbeitern (32 Prozent) und angelernten Arbeitern (23 Prozent).

Kleine Summen erhöhen Investitionsbereitschaft: Ausprobieren ist das Motto

Die Bereitschaft, mit einem Schwarm in Immobilien zu investieren, liegt bei den Befragten, denen Crowdfunding generell geläufig ist, bei 23 Prozent. Diejenigen, die sich ein Investment immerhin vorstellen könnten, würden eher in kleinere Summen investieren: 21 Prozent gaben an, bis zu 100 Euro investieren zu wollen, 31 Prozent würden etwa 500 Euro anlegen und 15 Prozent bis zu 5.000 Euro. Bei 10.000 Euro wird es mit vier Prozent Anlagewilligen schon enger, und mehr als 10.000 Euro würden lediglich drei Prozent investieren.

Es gibt zwei Gruppen von Anlegern, sagt Michael Stephan, Gründer und Geschäftsführer von iFunded.de:

  • diejenigen, die das Modell sehr gut kennen und im Durchschnitt um die 4.000 Euro investieren und
  • diejenigen, die es noch nicht kennen und zunächst einmal eine kleine Summe investieren und so das noch junge Modell Crowdfunding ausprobieren.

Vorbehalte basieren vor allem auf Unkenntnis

Die Vorbehalte gegenüber Crowdfunding als alternativer Geldanlage sind den Studienautoren zufolge in erster Linie auf die Unkenntnis zurückzuführen: Potenzielle Investoren zweifeln zunächst an der Seriosität der Anbieter und empfinden Crowdfunding als undurchsichtig. Dabei spiele auch eine fehlende persönliche Beratung eine große Rolle.

 

Schlagworte zum Thema:  Crowdfunding, Immobilien

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