16.02.2012 | Investoren

Immer mehr Wohnimmobilien im Fokus der Anleger

Nachdem früher Büroimmobilien Investors Liebling waren, sind seit einiger Zeit Wohnimmobilien sehr gefragt bei Anlegern. Colliers International Deutschland sieht in dieser Entwicklung mehr als einen kurzfristigen Trend.

Nach einer bereits regen Investitionstätigkeit im Jahr 2010 haben die Inflationssorgen privater Investoren den Wohnimmobilienmarkt in nahezu allen bundesdeutschen Metropolen im Jahr 2011 geradezu beflügelt. So wurden Wohnungen vielfach schon vor Baubeginn in einer früheren Planungsphase vom Plan weg verkauft.

Insbesondere hochwertige Projekte im innerstädtischen Bereich waren gefragt. Dabei stehen Nutzer und Kapitalanleger beim Kauf zunehmend im Wettbewerb. „In Metropolen wie Berlin, Hamburg, München, Düsseldorf, Frankfurt am Main und Stuttgart dürfte in den nächsten Jahren aufgrund des Zuzugs aus anderen Regionen und der Zunahme von Single-Haushalten sowie der weiterhin geringen Neubautätigkeit ein Nachfrageüberhang nach Wohnraum bestehen“, sagt Andreas Trumpp, Head of Research bei Colliers.

Dies gelte auch für B-Städte mit Hochschulen oder einer starken lokalen Wirtschaft. Entsprechend sei damit zu rechnen, dass sich dort die Marktwerte und Mieten für Wohnimmobilien nach oben entwickeln und attraktive Renditen erzielen lassen.

Wohnimmobilienmarkt wenig volatil

„Der Wohnimmobilienmarkt ist weniger volatil als der Büromarkt, da dieser sehr viel stärker von konjunkturellen Schwankungen abhängig ist“, erklärt Trumpp. Zwar seien die kurzfristig erzielbaren Renditen im Wohnimmobilienbereich geringer, insgesamt würden sie aber von Investoren als sicherer wahrgenommen und könnten über einen längeren Zeitraum betrachtet eine ähnliche Rendite erwirtschaften.

Hinzu kommt, dass sich in den bundesdeutschen Metropolen seit einigen Jahren im wohnwirtschaftlichen Bereich ein signifikanter Mietpreisanstieg beobachten lässt. Im Bürobereich fiel das Mietwachstum hingegen verhaltener aus. „Damit relativieren die Mietpreisentwicklung sowie das geringere Leerstandsrisiko die unterschiedlichen Einstiegsrenditen von Investments in Büro- und Wohnobjekte“, stellt Trumpp fest.

Trend zum urbanen Leben

Bedenken hinsichtlich des demografischen Wandels, einer damit verbundenen schrumpfenden Gesellschaft und eines daraus resultierenden Immobilienüberhangs sieht der Immobilienfachmann nicht: „Es gibt sicherlich Regionen für die mittelfristig diese Gefahr besteht. Bei den vorgenannten Standorten habe ich aber auch langfristig keine Bedenken. Es ist ein klarer Trend zum urbanen Leben in der Stadt erkennbar.“ Der Nachholbedarf in den Metropolen sei unübersehbar und Flächenpotentiale für neue wohnwirtschaftliche Projekte seien vielfach begrenzt.

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