| Unternehmen

Hypo Real Estate macht deutlich weniger Gewinn als erhofft

Außerplanmäßige Forderungen lassen HRE-Gewinn fallen
Bild: Haufe Online Redaktion

Die Zahlen der Immobilienbank Hypo Real Estate (HRE) für 2014 fallen deutlich schlechter aus als erhofft: der Gewinn vor Steuern lag bei 54 Millionen Euro statt 174 Millionen Euro. Grund sind Wertberichtigungen auf Forderungen gegenüber der österreichischen Abbaugesellschaft Heta in Höhe von 120 Millionen Euro. Der geplanten Privatisierung stehe nichts im Wege, teilte die Bank mit.

Seit dem Start des Bieterverfahrens für das HRE-Kerngeschäft Deutsche Pfandbriefbank im Februar seien Interessenbekundungen von einer Reihe von Investoren eingegangen, sagte Co-Vorstandschef Andreas Arndt am Montag in München. "Alle professionellen Investoren sind in der Lage, dieses singuläre Event richtig zu bewerten." Parallel dazu werde ein Börsengang vorbereitet.

Ob die Pfandbriefbank verkauft oder an die Börse gebracht werde, stehe noch nicht fest. "Wir sind angetreten, um im Rahmen der Anforderungen dem Bund Optionen zu eröffnen und das beste Ergebnis für den Steuerzahler sowie die Bank zu erreichen." Der Bund hatte die HRE 2008 vor der Pleite gerettet und ein Jahr später verstaatlicht. Auf Druck der EU-Kommission muss das Kerngeschäft in diesem Jahr privatisiert werden.

Die Heta ist die Bad Bank der Skandalbank Hypo Alpe Adria. Sie hatte vergangene Woche alle Schuldenzahlungen an Gläubiger eingestellt und soll nach dem Willen des österreichischen Finanzministeriums abgewickelt werden. Die Pfandbriefbank will den Zahlungsausfall nicht hinnehmen. "Wir sind entschlossen, alle zu Gebote stehenden Rechtsmittel auszuschöpfen", kündigte Arndt an und übte scharfe Kritik dem Vorgehen des Nachbarlandes. "Es ist schon außerordentlich, was dort passiert ist. Es geht ja nicht darum, dass man nicht zahlen kann, sondern dass man nicht zahlen will."

Die Wertberichtigungen auf die Forderungen gegenüber der Heta überschatten auch den Erfolg der Pfandbriefbank im operativen Geschäft. Im vergangenen Jahr steigerte die Bank das Neugeschäft um fast ein Viertel auf mehr als 10,2 Milliarden Euro und damit den höchsten Wert seit der Gründung. Auch dieses Jahr rechnet die Bank mit guten Geschäften in der Finanzierung gewerblicher Immobilienprojekte. "Die Preise dürften sich weiter positiv entwickeln. Anzeichen einer Blasenbildung sind in den gewerblichen Immobilienmärkten, auf die wir abzielen, nicht zu erkennen."

Schlagworte zum Thema:  Immobiliendienstleister, Immobilienfinanzierer

Aktuell

Meistgelesen