27.08.2013 | Unternehmen

HRE will irische Tochter Depfa verkaufen

der Bund trennt sich von Altlasten: Die HRE-Tochter Depfa soll wieder zu Geld gemacht werden
Bild: Haufe Online Redaktion

Die verstaatlichte Immobilienbank Hypo Real Estate (HRE) verkauft ihre irische Tochter Depfa. Das teilte die HRE am Montag in München mit. Über die Verkaufspläne hatte zuerst der "Spiegel" berichtet. Mit dem Verkauf beginnt der Bund seinen bis 2015 geplanten Rückzug aus der HRE.

Die Depfa soll in einem Bieterverfahren auf den Markt gebracht werden. Angebote können bis zum 12. September um 12.00 Uhr unterbreitet werden. Mit dem Abschluss des Verfahrens wird allerdings erst 2014 gerechnet. Von der einst übernommenen Depfa ist nicht mehr viel übrig: Risikopapiere wurden zusammen mit Altlasten der HRE Ende 2011 in eine sogenannte Bad Bank, die FMS Wertmanagement ausgelagert.

Insgesamt verwaltete die FMSW Ende 2012 noch Risikopapiere und Kredite im Wert von knapp 137 Milliarden Euro. Aufgabe dieser Abwicklungsanstalt ist es, diese Papiere möglichst ohne Verluste bis zum Jahr 2020 wieder zu Geld zu machen. Für Verluste die dabei entstehen, haftet am Ende der Steuerzahler. Der Bund will sich bis 2015 wieder von der HRE trennen, um so Auflagen der EU zu erfüllen.

Die HRE war im Herbst 2008 mit staatlichen Milliardenhilfen vor dem Zusammenbruch bewahrt und danach verstaatlicht worden. Ein großer Mühlstein am Hals der HRE war die Depfa. Der Immobilienfinanzierer hatte das Unternehmen im Jahr 2007 für rund fünf Milliarden Euro übernommen. Die teure Neuerwerbung sollte die HRE eigentlich auf einen steilen Wachstumspfad verhelfen.

Was zunächst als kluger Schachzug galt, entpuppte sich rasch als Alptraum. Die Depfa hatte sich für Langfristprojekte, für die sie Geld verliehen hatte, extrem kurzfristig refinanziert - und kam in der Krise nicht mehr an Geld. Es folgten dramatische Krisengespräche, Rettungsaktionen und am Ende die Verstaatlichung.

Das verbliebene Geschäft der Depfa ist heute deutlich kleiner und stabiler. Unter dem Dach der HRE darf sie zwar kein Neugeschäft mehr machen, diese Beschränkung gilt aber nicht für einen neuen Eigner. Im ersten Halbjahr 2013 verzeichnete sie einen Gewinn von rund drei Millionen Euro.

Vor ihrer Beinahe-Pleite war die HRE im Dax notiert und gehörte zu den größten Finanzunternehmen der Republik. Heute macht der Konzern, befreit von milliardenschweren Altlasten, seine Geschäfte über die Tochter Deutsche Pfandbriefbank (Pbb).

Schlagworte zum Thema:  Immobiliendienstleister, Immobilienfinanzierer, Immobilienbank

Aktuell

Meistgelesen