Hotelkette Selina will nach Deutschland expandieren

Die Hotelmarke Selina aus Lateinamerika will nach Deutschland expandieren und sucht derzeit nach Standorten. Der deutsche Hotelinvestmentmarkt entwickelt sich insgesamt sehr positiv: Nach Angaben des Immobiliendienstleisters Collier wurden 2018 mehr als vier Milliarden Euro umgesetzt, sieben Prozent mehr als im fünfjährigen Durchschnitt.

Die Hotelkette Selina hat in Deutschland vor allem die Städte Berlin, Leipzig, Dresden, Hamburg, Frankfurt und München im Fokus sowie die Region Schwarzwald. Im Moment suche Selina die richtigen Standorte, teilt das Unternehmen mit. Derzeit verfüge die Marke über gut 10.500 Betten, allein in Europa sollen in den kommenden fünf Jahren 40.000 hinzukommen, erklärt Magnus Busch, Selinas Business Development Director in Deutschland.

"Deutschland spielt eine große Rolle bei dieser Ausweitung." Magnus Busch, Selinas Business Development Director in Deutschland

Funding-Runde für 2019 geplant

Um die Expansionsstrategie bis 2022 durchführen zu können, plant Selina für 2019 eine weitere Funding-Runde. Erst im April 2018 hatte Selina nach eigenen Angaben 95 Millionen US-Dollar Investitionskapital generiert.

Die Hotelkette hat vor allem Millennials und Digitale Nomaden als Kunden im Visier. Das Hotelkonzept von Selina ermögliche das freie Kombinieren von Leben, Arbeit und Reisen, sagt Magnus Busch.

"Unsere Gäste fühlen sich überall auf der Welt zuhause, möchten 24/7 mit Laptop und Smartphone online sein können und gleichzeitig Gemeinschaft erleben." Magnus Busch, Selina Real Estate Director für Deutschland

Neue Hotelkonzepte gewinnen an Bedeutung

Hotels für digitale Nomaden sowie Longstay-Formate und Boarding Houses gewinnen derzeit generell in Deutschland an Bedeutung. Auch insgesamt entwickelt sich der deutsche Hotelmarkt sehr positiv. Die Nachfrage nach Hotelobjekten ist nach Angaben der Colliers International Hotel GmbH weiterhin hoch, auch Ankunfts- und Übernachtungszahlen steigen. Vielfältige neue Konzepte drängen auf den Markt, besetzen Nischen und schaffen neue Segmente. Insgesamt wurden 2018 laut Collier über 4 Milliarden Euro auf dem deutschen Hotelinvestmentmarkt umgesetzt. Der fünfjährige Durchschnitt konnte um sieben Prozent überboten werden. Der Marktanteil der Assetklasse Hotel blieb stabil bei gut sieben Prozent.

Produktmangel limitiert Transaktionsvolumen

Der vorherrschende Produktmangel limitierte das Transaktionsvolumen jedoch trotz dieser neuen Formate deutlich. Die Dominanz von Einzelverkäufen hat sich im vergangenen Jahr noch einmal verstärkt. Portfolios wurden aufgrund des Angebotsmangels kaum gehandelt, vor allem in den Top 7 fehlte es an geeigneten Produkten.

Der Portfolioanteil am Transaktionsvolumen sank laut Collier folglich von 31 Prozent im Vorjahr auf 16 Prozent, dies bedeutet fast eine Halbierung auf gut 650 Millionen Euro. Die Einzelverkäufe summierten sich im Gegenzug auf fast 3,4 Milliarden Euro.

Der Trend geht zum nationaler Verkäufer

Der Trend zu einem verstärkten Engagement nationaler Käufer, der sich bereits im Vorjahr abzeichnete, setzte sich in 2018 fort. Ihr Anteil kletterte nach Angaben von Collier von 54 auf 57 Prozent. In absoluten Werten entspricht dies einem Transaktionsvolumen von 2,3 Milliarden Euro. Internationale Investoren hingegen übten sich in Zurückhaltung, ihr Anteil ging leicht von 46 auf 43 Prozent zurück.

Auf Verkäuferseite ist dieser Trend im vergangenen Jahr noch ausgeprägter zu beobachten gewesen. Mit einem Transaktionsvolumen von fast 2,9 Milliarden Euro stieg der Anteil nationaler Verkäufer auf 71 Prozent an. Im Gegenzug sank der Anteil internationaler Verkäufer auf 29 Prozent.

Luxussegment legt deutlich zu

Hotels im Vier-Sterne-Segment konnten wiederholt die Spitzenposition belegen, wobei ihr Anteil von 46 Prozent unter dem Vorjahreswert von 52 Prozent lag. In absoluten Zahlen betrug das Transaktionsvolumen knapp 1,9 Milliarden Euro. Deutlich stärker als im Vorjahr sind Luxusherbergen präsent: Der Marktanteil im Fünf-Sterne-Bereich kletterte von zehn Prozent im Vorjahr auf nun 17 Prozent, das entspricht einem Transaktionsvolumen von über 650 Millionen Euro.

Nachdem Offene Fonds und Spezialfonds in den vergangenen drei Jahren die aktivste Käufergruppe darstellten, tauschten sie dieses Jahr die Spitzenposition gegen den zweiten Platz ein. Das von ihnen nach Angaben von Collier gehandelte Volumen von rund 875 Millionen Euro entspricht einem Marktanteil von 22 Prozent, ein Rückgang um sechs Prozentpunkte. Den ersten Platz nahmen stattdessen die Vermögensverwalter ein. Auf Verkäuferseite stellten Projektentwickler und Bauträger erwartungsgemäß die größte Verkäufergruppe. Ihr Trans­aktionsvolumen von fast 1,2 Milliarden Euro (29 Prozent) liegt stabil auf Vorjahresniveau.

Fortgesetzt hat sich die Renditekompression, auch wenn sie fast zum Stillstand gekommen ist. Die Spitzenrenditen reichen von 3,75 Prozent in München bis 4,7 Prozent in Berlin.

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