27.03.2013 | Top-Thema Hotelimmobilien

Noch einige Pakete auf dem Markt

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Der größte Einzel-Deal in 2012 war der Verkauf des Maritim Hotels in Berlin an eine Tochterfirma der Al Faisal Holding.
Bild: © Copyright Maritim Hotelgesellschaft mbH

Bei Investoren, die sich nach Kaufgelegenheiten umschauen, ist das Budget-Segment in Deutschland weiterhin ein wichtiges Thema, heißt es bei den auf dem Hotelmarkt tätigen großen Beratungsunternehmen. Doch das Gros der Projekte wie Verkäufe bewegt sich nach wie vor im gehobenen Segment.

„Tatsächlich machen „Midscale" und „Upscale" nach wie vor zirka zwei Drittel des Marktes aus“, sagt Philipp Bessler, Geschäftsleitungsmitglied der Treugast Solutions Group. Zwar leide der Markt der Fünf-Sterne-Hotels wegen der in den vergangenen Jahren gewachsenen Kostendisziplin von Unternehmen und Privatleuten unter Überkapazitäten. Dennoch sehen Investoren für die Luxushotellerie große Chancen auf eine Performance-Steigerung.

Der Blick auf die zuletzt verzeichneten Transaktionsvolumina zeigt unterdessen, dass Hotelinvestments in Deutschland generell beliebt sind. So berichten die Jones Lang LaSalle Hotels & Hospitality Group Deutschland (JLLHH) und CBRE von einem „regelrechten Run“ auf Hotels in Deutschland, der im zweiten Halbjahr 2012 eingesetzt habe. Gemäß den Erhebungen der großen Beratungsunternehmen haben 2012 in Deutschland Hotels im Gesamtwert von mehr als einer Milliarde Euro (JLL rund 1,2 Milliarde Euro, CBRE 1,36 Milliarde Euro) den Eigentümer gewechselt.

Den größten Einzel-Deal 2012 markierte der Verkauf des Maritim Hotels in Berlin mit 505 Zimmern durch die SEB Asset Management (SEB ImmoInvest) an eine Tochtergesellschaft der Al Faisal Holding aus Katar. „Zusammen mit einem weiteren 100-Millionen-Euro-Deal in Berlin sorgte diese Transaktion dafür, dass der durchschnittliche Kaufpreis pro Zimmer in 2012 zugelegt hat: von rund 135.000 Euro auf etwa 145.000 Euro, ein Plus von etwa sieben Prozent“, berichtet Ursula Kriegl. Für die Leiterin der Jones Lang LaSalle Hotels & Hospitality Group Deutschland dokumentieren Investitionen in großvolumige Objekte auch im Hotelbereich das Vertrauen in den Standort Deutschland. „Als wirtschaftlich starkes Land gilt Deutschland nach wie vor als attraktiver Investitionsstandort“, sekundiert Olivia Kaussen, Head of CBRE Hotels Deutschland und CEE.

Der „fulminante Jahresabschluss“, der die Erwartungen bei Weitem übertroffen habe, habe mit rund 630 Millionen Euro mehr als die Hälfte (53 Prozent) des investierten Kapitals gebracht, sagt Kriegl. Auch CBRE sieht den deutschen Hotelimmobilienmarkt 2012 auf dem höchsten Stand seit den Boomjahren 2006 und 2007. Das Interesse scheint anzuhalten. Da „noch einige Pakete auf dem Markt“ seien, erwartet Kriegl einen Anstieg bei den Portfolioverkäufen im laufenden Jahr und auch Kaussen rechnet 2013 mit einem „weiterhin stabilen hohen Niveau“.

Schlagworte zum Thema:  Hotelimmobilie, Investition, Immobilienmarkt, Immobilieninvestition

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