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Hochtief kappt Dividende

Wegen der tiefroten Bilanz streicht Hochtief seinen Anlegern für 2011 die Dividende. Die Anleger reagierten auf den Verlust und die gekappte Ausschüttung enttäuscht, hieß es am Markt.

Der hohe Jahresverlust und die gestrichene Dividende haben die Hochtief-Aktie am Mittwoch kräftig belastet. Mit einem Abschlag von 5,20 Prozent auf 52,30 Euro setzte sich das Papier des Essener Baukonzerns am Vormittag ans MDax-Ende. Die Hochtief-Aktie war seit mehreren Monaten im Aufwärtstrend. Seit November 2011 hat das Papier etwa 50 Prozent an Wert gewonnen - allein seit der Gewinnwarnung im Januar waren es plus 15 Prozent.

Auch der Ausblick habe die Investoren nicht überzeugt, sagten Händler. Hochtief hatte im vergangenen Jahr wegen hoher Abschreibungen auf die australische Tochter Leighton und Abfindungszahlungen an ehemalige Manager ein Minus von 160,3 Millionen Euro verbucht. Im laufenden Jahr will die seit dem vergangenen Sommer mehrheitlich zum spanischen Baukonzern ACS gehörende Gesellschaft aber wieder schwarze Zahlen schreiben.

Unterdessen sehen Branchenbeobachter den Aufwärtstrend der Aktie noch nicht gestoppt. Analyst Marc Nettelbeck von der DZ Bank schrieb in einer ersten Reaktion auf die Bilanz am Mittwoch: "Die Zahlen sind insgesamt wie erwartet ausgefallen und die Zielsetzung wurde bekräftigt. Allerdings gibt es keine Dividende und das ist eine negative Überraschung."

Die Leistung habe 2011 etwas über seinen Erwartungen gelegen, die Ergebnisse hätten mehr oder weniger seine Erwartungen und die des Marktes getroffen. Die Bestätigung der Zielsetzung sehe er aber positiv. Mittelfristig bleibe er zuversichtlich gestimmt für die Aktien, die aber kurzfristig belastet werden dürften. Die DZ Bank bewertet Hochtief mit "Buy" und dem Fairen Wert 61,00 Euro.

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