| BF.Quartalsbarometer

Hälfte der Immobilienfinanzierer erwartet steigendes Neugeschäft – Risikobereitschaft steigt

Das BF.Quartalsbarometer signalisiert eine gute Finanzierungsbereitschaft
Bild: BF.direkt AG

Die Beurteilung der Neugeschäftsentwicklung durch die Immobilienfinanzierer hat sich deutlich verbessert. Das zeigt das BF.Quartalsbarometer von Bulwiengesa für das vierte Quartal 2016. Der Barometerwert hat sich von 0,52 auf 2,05 verändert. 50 Prozent der Befragten erwarten ein steigendes Neugeschäft (+6,5 Prozentpunkte). Es sei zu beobachten, dass außerdem "eine Tendenz zu  höheren Risiken besteht", sagt Francesco Fedele, CEO der BF.direkt AG.

Je höher der Barometerwert, desto höher ist die Finanzierungsbereitschaft der Banken. Etwa die Deutsche Hypo hatte das Neugeschäftsvolumen im ersten Halbjahr um 28,5 Prozent auf rund 1,8 Milliarden Euro gesteigert, nach rund 1,4 Milliarden Euro im Vorjahr.

Zugenommen hat gegenüber dem letzten Quartalsbarometer der "Wunsch nach einem großen Neugeschäftsvolumen" (+2,5 Prozentpunkte) und die "Maximierung von Ertrag und Rendite" (+1,1 Prozentpunkte). Gleichzeitig wurde die Verwendung der Kredite für den Deckungsstock, für die sehr strenge Vorgaben bestehen, als weniger wichtig eingestuft (-2,5 Prozentpunkte).

"Zu dieser Verschiebung passt auch eine Finanzierungsaktivität bei Nischenimmobilien", sagt Manuel Köppel, CFO der BF.direkt AG. Bei Bestandsimmobilien fällt auf, dass Nischensegmente wie Parkhäuser (+1,2 Prozentpunkte), Hotels (+0,8 Prozentpunkte) und Sozialimmobilien (+0,6 Prozentpunkte) häufiger genannt werden.

Nachfrage von Finanzierungen für Mikro-Apartments nimmt zu

Stärker nachgefragt sind auch Finanzierungen für Mikro-Apartments – und zwar sowohl für den Bestand (+1,2 Prozentpunkte) als auch für Projektentwicklungen (+2,5 Prozentpunkte).

Bei der Finanzierung von Projektentwicklungen punktet vor allem das Wohnsegment. Neben den Mikro-Apartments gewinnen Wohnimmobilien als Bauträgerfinanzierung (+2,2 Prozentpunkte) und Wohnimmobilien für den eigenen Bestand (+1,0 Prozentpunkte).

Die Erholung des Gesamt-Barometerwerts sei von mehreren Makro-Faktoren beeinflusst, sagt Steffen Sebastian, Professor für Immobilienfinanzierung an der Universität Regensburg und wissenschaftlicher Berater des BF.Quartalbarometers.

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so Sebastian. Ein weiterer positiver Faktor sei, dass bis Ende März 2017 keine Änderung des „Quantitative Easings“ der EZB zu erwarten sei, da das aktuelle Programm bis dahin laufe. Dies führe dazu, dass die Finanzierer für die kommenden Monate gut planen können und am Markt die sehr positive Einschätzung der Geschäfte vorherrsche.

Eher dämpfend wirken Sebastian zufolge bevorstehende Regulierungsmaßnahmen: In Deutschland werden derzeit makroökonomische Instrumente vorbereitet, mit denen der Gesetzgeber künftige Immobilienblasen verhindern will. "Dies würde natürlich einen substanziellen Eingriff in die Immobilienfinanzierung bedeuten“, so Sebastian abschließend.

Schlagworte zum Thema:  Immobilienfinanzierer, Neugeschäft

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