Liegt der Barometerwert – wie aktuell – nahe Null, zeugt dies von einem ausgeglichenen Markt Bild: Bulwiengesa

Die Stimmung der Immobilienfinanzierer ist im Vergleich zum vierten Quartal 2016 deutlich gesunken. Das zeigt das BF.Quartalsbarometer der BF.direkt AG und Bulwiengesa für das erste Quartal 2017. Der Barometerwert ist von zuletzt 2,05 erheblich auf 0,11 gefallen. Hatten Ende 2016 noch 47 Prozent der Befragten den Finanzierungsmarkt als progressiv eingestuft, sind es jetzt nur noch 22 Prozent.

„Wir führen die weniger optimistische Erwartung vor allem auf die größere Unsicherheit am Markt zurück“, so Francesco Fedele, CEO der BF.direkt AG. Grund seien Zinsanhebungen in den USA und die noch unklaren Auswirkungen der Wirtschaftspolitik von Donald Trump.

Margen nahe am Tiefststand der vergangenen beiden Jahre

Ebenfalls negativ auf den Barometerwert wirkt im ersten Quartal 2017 laut BF.direkt AG, dass die Margen der Finanzierer im Vergleich zum Vorquartal gesunken sind. Diese bewegten sich wieder nahe am tiefsten Stand der letzten beiden Jahre – sowohl bei der Finanzierung von Projektentwicklungen als auch von Bestandsimmobilien.

Bei Projektentwicklungen sank die Durchschnittsmarge (über alle Nutzungsarten) von 194 Basispunkten im Vorquartal auf 181 Basispunkte. Bei Bestandsfinanzierungen ging die Marge von 140 auf 135 Basispunkte zurück.

„Den Hauptgrund für die sinkenden Margen sehen wir im starken Wettbewerb der Finanzierer untereinander“, kommentiert Manuel Köppel, CFO der BF.direkt AG.  

Ende 2016: Hälfte der Finanzierer ging von steigendem Neugeschäft aus

Zugenommen hatte laut BF.direkt im vierten Quartal 2016 gegenüber dem letzten Quartalsbarometer vor allem der "Wunsch nach einem großen Neugeschäftsvolumen" (plus 2,5 Prozentpunkte) und die "Maximierung von Ertrag und Rendite" (plus 1,1 Prozentpunkte). Gleichzeitig wurde die Verwendung der Kredite für den Deckungsstock, für die sehr strenge Vorgaben bestehen, als weniger wichtig eingestuft (minus 2,5 Prozentpunkte).

"Zu dieser Verschiebung passt auch eine Finanzierungsaktivität bei Nischenimmobilien", sagte Manuel Köppel, CFO der BF.direkt AG im Oktober 2016. Bei Bestandsimmobilien fiel es damals besonders auf, dass Nischensegmente wie Parkhäuser (plus 1,2 Prozentpunkte), Hotels (plus 0,8 Prozentpunkte) und Sozialimmobilien (plus 0,6 Prozentpunkte) häufiger genannt werden.

Nachfrage von Finanzierungen für Mikro-Apartments nimmt zu

Stärker nachgefragt waren im vierten Quartal 2016 der BF.direkt AG zufolge auch Finanzierungen für Mikro-Apartments – sowohl für den Bestand (plus 1,2 Prozentpunkte) als auch für Projektentwicklungen (plus 2,5 Prozentpunkte).

Bei der Finanzierung von Projektentwicklungen punktete vor allem das Wohnsegment. Neben den Mikro-Apartments punkteten Wohnimmobilien als Bauträgerfinanzierung (plus 2,2 Prozentpunkte) und Wohnimmobilien für den eigenen Bestand (plus ein Prozentpunkt).

Die Erholung des Gesamt-Barometerwerts war von mehreren Makro-Faktoren beeinflusst, sagte Steffen Sebastian, Professor für Immobilienfinanzierung an der Universität Regensburg und wissenschaftlicher Berater des BF.Quartalbarometers im Oktober 2016. Viele Befürchtungen nach dem Brexit-Votum hätten sich in den vergangenen Monaten nicht erfüllt. Ein weiterer positiver Faktor sei gewesen, dass bis Ende März 2017 keine Änderung des „Quantitative Easings“ der EZB zu erwarten gewesen sei.

Schlagworte zum Thema:  Immobilienfinanzierer, Neugeschäft

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