Die derzeit eher unsicherheitsbehafteten Begleitumstände in Politik und Wirtschaft haben bislang noch keine Spuren auf dem deutschen Investmentmarkt hinterlassen. Im Gegenteil, teilt der Immobiliendienstleister JLL mit: Mit 42 Milliarden Euro liege das Transaktionsvolumen gewerblich genutzter Immobilien nach neun Monaten des Jahres 2018 um acht Prozent über dem Vorjahresniveau. Noch nie sei ein drittes Quartal so hoch ausgefallen. Der Markt steuere auf einen Transaktionsrekord zu.

Mit 16,4 Milliarden Euro reiht sich laut JLL das dritte Quartal zudem als das viertstärkste Quartal im Ranking der letzten fünf Jahre ein. Zum außergewöhnlichen Ergebnis beigetragen habe unter anderem die Kaufhof/Karstadt-Transaktion mit insgesamt über 1,8 Milliarden Euro. Solche Transaktionen fänden natürlich nicht jedes Quartal statt.

„Angesichts der üblicherweise sehr dynamischen letzten drei Monate und der Erwartung, dass sich einige der zahlreichen noch in der Verhandlungsphase befindlichen Transaktionen in den letzten Wochen des Jahres realisieren werden, erscheint ein Transaktionsvolumen von bis zu 60 Milliarden Euro möglich.“ Timo Tschammler, CEO JLL Germany

Wie so oft hänge die Realisierungswahrscheinlichkeit einer derartigen Prognose von der Umsetzung insbesondere von großvolumigen Transaktionen ab, so Tschammler weiter. Für ein außergewöhnliches Investmentjahr 2018 spreche auch die Dynamik abseits der Mega-Transaktionen. Bereits 2017 war der Gewerbeimmobilien-Transaktionsmarkt rekordverdächtig.

Dominanz der Big 7 verstärkt sich

Im dritten Quartal hat sich laut JLL der Trend vom Halbjahr nicht nur verfestigt, sondern weiter ausgebaut. Mehr denn je fokussieren sich die Investoren auf die Big 7. Während in der Aggregation über alle sieben Hochburgen mehr als 26 Milliarden Euro zu Buche schlagen (60 Prozent des Transaktionsvolumens im Dreivierteljahreszeitraum und einem Plus von 27 Prozent entsprechend), summierte sich das Transaktionsvolumen abseits der Big 7 auf rund 16 Milliarden Euro. Damit lag es um rund 13 Prozent unter dem Vorjahresvolumen. 

„Aus unserer Sicht spiegelt dies die dynamische Entwicklung insbesondere der Büro-Vermietungsmärkte in den Big 7 wider. Investoren setzen angesichts der nachlassenden Renditekompression vermehrt auf Mietwachstum, um ihre Renditeziele zu erreichen und Wertsteigerungen generieren zu können." Timo Tschammler, CEO JLL Germany

Wenn viel Kapital auf einmal investiert werden soll, gebe es zu den Big 7 selten Alternativen. Von den insgesamt 67 Einzeltransaktionen im dreistelligen Millionenbereich im Dreivierteljahreszeitraum entfielen laut JLL 62 auf die Big 7.

Die beliebteste Assetklasse ist laut der Untersuchung nach wie vor Büro, auf die ein Anteil von rund 45 Prozent entfällt. Rund 19 Milliarden Euro flossen demnach von Januar bis September in solche Immobilien. Auf Platz 2 folgen einzelhandelsgenutzte Immobilien, die dank der milliardenschweren Warenhaus-Transaktion auf einen Anteil von gut 20 Prozent kommen.

Frankfurt und Hamburg mit höchster Dynamik

„Frankfurt is back“ – das hatte JLL bereits zum Halbjahr festgestellt, und das gelte umso mehr auch im dritten Quartal, teilt der Immobiliendienstleister mit. Für den Dreivierteljahreszeitraum platziert sich die Bankenmetropole demnach mit rund 6,9 Milliarden Euro unangefochten und deutlich auf Platz 1 der deutschen Investmenthochburgen. Gegenüber dem Vorjahr habe sich das Volumen damit mehr als verdoppelt. Hinter Frankfurt reihen sich Berlin mit 4,9 Milliarden Euro und München mit 4,5 Milliarden Euro ein. Ebenfalls noch über der 4-Milliarden-Euro-Marke liegt Hamburg mit einem Plus von 70 Prozent - gepusht von dem nach Frankfurt stärksten dritten Quartal.

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