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Frankfurter Innenstadt fehlt es an Ladenlokalen

Frankfurts Innenstadt fehlt es an guten Ladenlokalen. Darauf weist das Maklerhaus Lührmann hin. Vor allem Handelsmarken aus Übersee suchen derzeit nach Flächen in der Mainmetropole.

Bis zu 280 Euro Miete kostet mittlerweile der Quadratmeter eines 80 bis 120 Quadratmeter umfassenden Ladenlokals in der allerbesten Lage. Und das für den Frankfurter Markt an Einzelhandelsimmobilien in 1A-Lage typische Ausreißverhalten einzelner Spitzenmieten in immer höhere Preisregionen geht weiter.

„Das ist allerdings nur ein grober Richtwert. Einzelne Mieten lagen auch schon weit über diesem Quadratmeterpreis“, so Hendrik Poggemann, Geschäftsführer Lührmann Frankfurt. Insofern ist die durchschnittliche Wertentwicklung der innerstädtischen Immobilien in bester Lage positiv und liegt bei rund 26 Prozent in den vergangenen zehn Jahren. Dabei ist es nicht nur die zu einer der umsatzstärksten Einkaufsstraßen Deutschlands gekürte Zeil, die im Fokus des Einzelhandels steht.

Die Zeil: Auch bei Investoren beliebt

Auch aus Investorensicht bleibt Frankfurt ein attraktives Pflaster. Allerdings kommen nahezu ausschließlich institutionelle Anleger zum Zug. So kaufte etwa die österreichische Raiffeisen Immobilien KG für den R 260 Fonds das Büro- und Geschäftshaus Goetheplatz 1 von einem von J.P. Morgan gemanagten Fonds. Erdgeschoss und das 1. Obergeschoss sind an den Systemgastronomen Vapiano vermietet. Und auch die neu vermieteten Immobilien Zeil 119 sowie die Kaiserstraße 12 wurden verkauft. Hier waren die Investoren jeweils Projektentwickler.

Die aus Frankfurt stammende Orna und Arthur Wiener Liegenschaften & Projektentwicklung hat unterdessen die Immobilie Zeil 53 an der Konstablerwache gekauft. Bislang im Eigentum der Alten Leipziger Versicherung hat das Haus eine Gesamtmietfläche von rund 4.000 Quadratmetern, dessen Einzelhandelsanteil derzeit hauptsächlich von der Commerzbank genutzt wird. Der Investor will das Gebäude für rund 20 Millionen Euro sanieren. An der Freßgass’ investierte ein Frankfurter Immobilienunternehmen hingegen in eine ehemalige Commerzbank, die ebenfalls umgebaut werden soll.

Laufende Projekte an Goethestraße und Rossmarkt

Im Frühjahr sollen außerdem Bauarbeiten eingangs der Goethstraße beginnen. Hier entsteht die One Goetheplaza genannte Entwicklung des Joint Venture aus einem Fonds des luxemburgischen Private Equity Unternehmens Freo und des US-amerikanischen Area Fonds. Architekt des Projekts mit rund 6.700 Quadratmeter Büro- und etwa 4.900 Quadratmetern Einzelhandelsfläche ist der Frankfurter Professor Christoph Mäckler. Louis Vuitton steht bereits als Ankermieter fest. Die Gesamtkosten des Vorhabens, finanziert von der Landesbank Hessen-Thüringen sowie der Landesbank Berlin, liegen im dreistelligen Millionenbereich. Die Fertigstellung ist im Sommer 2013 geplant.

Die Hamburger Investmentgesellschaft Hansainvest plant mit dem Frankfurter Architekten Holger Meyer ein Büro- und Geschäftshaus am Frankfurter Rossmarkt 10. Die Grundsteinlegung ist für den Beginn des zweiten Quartals vorgesehen. An der Ecke Hauptwache und Rossmarkt entsteht für 45 Millionen Euro ein neues Gebäude mit rund 3.400 Quadratmetern Bürofläche und weiteren 2.500 Quadratmetern Einzelhandelsflächen. Eröffnung soll Ende kommenden Jahres sein.

180 neue Geschäfte bis 2013 im Europaviertel

Eher zurückhaltend wird derzeit das Baugeschehen im Europaviertel betrachtet, wo sich die ECE und die CA Immo Deutschland erst kürzlich die Allianz als Investor mit an Bord ihres 360 Millionen-Euro-Projekts geholt haben. Bis zum Weihnachtsgeschäft 2013 entstehen hier mit der Skyline Plaza 38.000 Quadratmeter Einzelhandelsfläche für rund 180 Geschäfte – eingebettet in das Großprojekt Europaviertel.

Der Frankfurter Einzelhandel hatte in den vergangenen Jahren ausdrücklich vor der Errichtung eines Einkaufszentrums an dieser Stelle gewarnt. Bislang hat die Innenstadt noch immer von den Centern profitiert, doch ob sich dieser Effekt endlos wiederholen lässt, wird sich zeigen müssen.

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