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Forderungen an Eigentümer und Investoren nehmen zu

80 Prozent der Eigentümer und Investoren sehen eine Verschiebung des Kräfteverhältnisses in Richtung der Nutzer. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie innerhalb des Offices 2020-Programms von Jones Lang LaSalle.

Die Untersuchung beschäftigte sich unter anderem mit der Fragestellung: Wie und warum wird sich das Mietverhältnis und die Beziehung zwischen Eigentümer und Nutzer verändern?. „Nutzer sind in einer stärkeren Verhandlungsposition als je zuvor", sagt Benoît du Passage, Managing Director Jones Lang LaSalle Frankreich und verantwortlich für Südeuropa. "Dessen bewusst überdenken sie ihre immobilienbezogenen Ansätze, um sicherzustellen, dass die genutzten Flächen ein Maximum zu ihrem geschäftlichen Erfolg liefern."

Diese Veränderung der Kräfteverhältnisse zugunsten der Nutzer werde mindestens über die nächsten zehn Jahre anhalten - unanhängig vom Immobilienzyklus. Dies werde die immobile Landschaft verändern und auch zu einer stärkeren Zusammenarbeit zwischen Eigentümern und Entwicklern führen.

„Die Nutzer können Einfluss auf das, was gebaut wird, nehmen, ihre Anforderungen können noch detaillierter werden - über Lage, Größe, Intensität der Nutzung, Nachhaltigkeitsaspekte, Sicherheit bis hin zur Klimaanlage", ergänzt Bill Page, Direktor EMEA Research und Leiter des Projekts. Vor diesem Hintergrund würden flexible und langfristige Kooperationen mit Entwicklern und externen Immobiliendienstleistern zunehmen. Von maßgerechter Vorausfinanzierung könnten alle Seiten profitieren. Der entscheidende Punkt zum Erfolg liege in der Fähigkeit der Entwickler.

Trend zu kürzeren Vertragslaufzeiten nimmt europaweit zu

Darüber hinaus nimmt die durchschnittliche Mietvertragsdauer weiter ab. Auch dabei fordern die Nutzer mehr Flexibilität. Lag die durchschnittliche Mietvertragsdauer beispielsweise in Central London im Jahr 2001 noch bei 12,7 Jahren, werden 2011 im Schnitt noch 7,9 Jahren registriert. In Westeuropa dürfte der Durchschnitt bis zum Jahr 2020 auf fünf Jahre zurückgehen, mit Auswirkungen auf die Flächenumsätze.

Für den deutschen Büromarkt hebt Helge Scheunemann, Leiter Research Jones Lang LaSalle Deutschland, hervor: „Die erhöhte Risikoneigung der Nutzer sowie deren Anspruch nach Flexibilität wird den Trend zu kürzeren Vertragslaufzeiten verstärken." Gleichzeitig stelle der Trend die Vermieter, die das Bedürfnis nach sicheren und möglichst lang laufenden Mieteinnahmen haben, vor weitere Herausforderungen.

„Aktuell sind immer noch rund drei Viertel aller abgeschlossenen Mietverträge 5- oder 10-Jahres-Verträge", so Scheunemann. "Für die nächsten zehn Jahre sehen wir einen signifikanten Anstieg der 3-Jahres-Verträge, die im Jahr 2020 rund 40 Prozent aller neuen Vertragsabschlüsse ausmachen könnten."

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