20.03.2012 | Investoren

Fondsmarkt 2011: Jeder zweite Euro in Immobilien investiert

Geschlossene Fonds platzierten im Jahr 2011 bei privaten Anlegern insgesamt 5,75 Milliarden Euro. Knapp die Hälfte davon floss in Immobilien, vor allem in Büroobjekte. Das geht aus der Feri Gesamtmarktstudie der Beteiligungsmodelle 2012 hervor.

Damit haben die Initiatoren Geschlossener Fonds im Jahr 2011 insgesamt deutlich weniger Eigenkapital bei privaten Anlegern platziert als im Jahr zuvor. 5,75 Milliarden Euro entsprechen einem Rückgang um 7,7 Prozent gegenüber dem Vorjahreswert von 6,24 Milliarden Euro.

Einen Rückgang (rund zwölf Prozent) gab es auch bei der Zahl der am Markt aktiven Initiatoren, die um 44 auf 326 abnahm. Im Jahr 2010 waren 370 aktive Initiatoren registriert worden. Unter den 2011 aktiven Emissionshäusern befanden sich 52 Neueinsteiger.

Die Immobilienfonds, die bereits im Vorjahr zu den Gewinnern zählten, steigerten ihren Anteil am Gesamtmarkt 2011 noch einmal deutlich. Hatte er im Jahr 2010 noch bei rund 37 Prozent gelegen, so flossen im Jahr 2011 insgesamt 49 Prozent des platzierten Eigenkapitals in Immobilienfonds, während alle anderen Asset-Klassen mehr oder weniger starke Einbußen beim Marktanteil hinnehmen mussten.

Auch das insgesamt für Immobilienfonds akquirierte Eigenkapital von 2,82 Milliarden Euro und das Gesamt-Fondsvolumen von 4,82 Milliarden Euro lagen deutlich über den Vorjahresresultaten von 2,30 Milliarden Euro beziehungsweise 4,20 Milliarden Euro. Außer den Immobilienfonds haben fast alle Asset-Klassen Marktanteile verloren.

Deutschlandfonds dominant

Unter allen Geschlossenen Fonds waren die Fonds mit deutschen Objekten erneut mit Abstand das größte Segment. Ihr Anteil am Gesamtmarkt lag bei 34,2 Prozent. Die Auslandsimmobilienfonds, die im Vorjahr stark verloren hatten, konnten ihre Marktposition 2011 insgesamt von 12,6 Prozent auf 14,7 Prozent verbessern.

Betrachtet man das Segment der Immobilienfonds, wird die Dominanz der Deutschland-Fonds deutlich. Mit knapp 70 Prozent vereinigten sie mehr als zwei Drittel des von Privatanlegern in Geschlossene Immobilienfonds investierten Eigenkapitals auf sich.

US-Fonds wieder präsent

16,2 Prozent des in Immobilienfonds investierten Eigenkapitals entfielen auf Fonds mit Immobilien im europäischen Ausland. US-Immobilienfonds, auf die im Vorjahr weniger als ein Prozent des Gesamtmarktes entfallen war, erreichten mit 3,2 Prozent des Gesamtmarktes (6,5 Prozent des Platzierungsvolumens) der Immobilienfonds wieder eine deutlich stärkere Marktpräsenz.

Diese konzentrierte sich jedoch nahezu ausschließlich auf einen von insgesamt vier Initiatoren, die 2011 in diesem Segment aktiv waren. Das Gesamtplatzierungsvolumen der US-Immobilienfonds belief sich auf 184,1 Millionen Euro, wovon mit 160,9 Millionen Euro gut 87 Prozent auf die Jamestown US-Immobilien GmbH entfielen.

Büro-Anteil steigt erneut deutlich an

Bei den Nutzungsarten der Investitionsobjekte von Deutschland-Immobilienfonds hat sich der bereits im Jahr 2010 erkennbare Trend zu Büros noch einmal verstärkt. Von den Investitionen der 2011 aufgelegten Deutschland-Immobilienfonds flossen fast 56 Prozent in Büroimmobilien. Im Jahr zuvor waren es knapp 48 Prozent gewesen.

Der Anteil der Einzelhandelsimmobilienfonds reduzierte sich weiter von 21 Prozent auf 16 Prozent. Wohnimmobilien erreichten einen Anteil von zehn Prozent und verlieren damit leicht gegenüber dem Vorjahreswert von 11,8 Prozent. Einen Anstieg gab es bei denSozialimmobilien, die ihren Marktanteil von 4,8 Prozent auf 7,5 Prozent ausbauten. Logistikimmobilienfonds sind mit einem Anteil von 1,0 Prozent kaum noch am Markt präsent.

DWS ist platzierungsstärkstes Emissionshaus

Das höchste Platzierungsergebnis des Jahres 2011 erreichte die DWS Finanz-Service GmbH, die 434,9 Millionen Euro Eigenkapital akquirierte. Hiervon entfiel der größte Teil auf einen Geschlossenen Immobilienfonds, der in die Deutsche-Bank-Türme in Frankfurt am Main investiert.

Zweitplatzierter war erneut die Real I.S. AG, die ihr Ergebnis im Vergleich zum Vorjahr noch einmal um rund die Hälfte auf 318 Millionen Euro steigerte. Drittplazierter war, wie im Vorjahr, die Prokon Capital GmbH, die mit der Emission von Genussrechten 272,1 Millionen Euro bei Anlegern akquirierten und das Vorjahresergebnis von 194 Millionen Euro deutlich verbesserte.

Die WealthCap GmbH, die im Vorjahr mit 275 Millionen Euro auf Platz 1 gekommen war, platzierte 2011 zwar deutlich weniger, erreichte aber mit 221,7 Millionen Euro und Rang 4 immer noch ein starkes Ergebnis. Ein bemerkenswertes Comeback gelang der Jamestown US-Immobilien GmbH, die mit einem Platzierungsvolumen 176,1 Millionen Euro wieder in die Gruppe der Top-5 vorstoßen konnte, nachdem sie im Vorjahr nur an 75. Stelle gelegen hatte.

Aktuell

Meistgelesen