| Einzelhandelsimmobilien

Anhaltender Fokus auf Core-Produkte drückt Investitionsvolumen

1,8 Milliarden Euro wurden in den ersten sechs Monaten 2012 in Shopping Center investiert
Bild: Haufe Online Redaktion

Im 1. Halbjahr 2012 wurden nach Analysen von CBRE knapp 3,2 Milliarden Euro in deutsche Einzelhandelsimmobilien investiert. Dabei fokussieren sich die Anleger weiterhin überwiegend auf Core-Produkte. Das Investmentvolumen blieb rund 47 Prozent unter dem Wert des Vorjahreszeitraums zurück.

Zudem wurden im Vorjahr einige außergewöhnlich große Transaktionen getätigt. Darunter der Verkauf der Metro-Cash & Carry-Märkte oder des CentrO. Der geringere Anteil von Investments in Handelsimmobilien ist somit auch ein Ausdruck von Mangel an attraktiven und geeigneten Investitionsmöglichkeiten.

In den vergangenen drei Monaten fanden dennoch wieder mehr Einzelhandelsobjekte einen Käufer. Im zweiten Quartal wurden gegenüber dem Jahresauftakt mit 1,8 Milliarden Euro gut 30 Prozent mehr in diese Anlageklasse investiert. Die größte Einzelhandels- als auch Gewerbeimmobilientransaktion im ersten Halbjahr 2012 war die Beteiligung von Unibail-Rodamco bei Shopping-Centern der mfi Management für Immobilien AG. Unibail-Rodamco strebt die Übernahme von 51 Prozent der Holdinggesellschaftsanteile an, die 90,4 Prozent an der mfi AG hält.

In die Top 5-Investmentzentren Berlin, Düsseldorf, Frankfurt, Hamburg und München flossen mit rund 584 Millionen Euro gut 18 Prozent aller Retail-Investments im ersten Halbjahr.

Shopping-Center noch gefragter

Noch stärker als im Vorjahreszeitraum lag der Fokus der Investoren auf Shopping-Centern. Mit knapp 1,8 Milliarden Euro entfielen rund 55 Prozent des Einzelhandelsinvestmentvolumens auf diese Assetklasse. Im Vorjahreszeitraum waren es noch 42 Prozent. Zu diesem hohen Ergebnis trugen maßgeblich die Verkäufe von Anteilen der Europa-Passage in Hamburg, der Europa-Galerie in Saarbrücken sowie des Luisencenters in Darmstadt in der Größenordnung von jeweils über 100 Millionen Euro bei.

In absoluten Zahlen sank jedoch auch bei Shopping-Centern das Investmentvolumen um zirka 31 Prozent ab. Jeweils rund 600 Millionen Euro wurden in Fachmärkte beziehungsweise Fachmarktzentren (630 Millionen Euro oder 20 Prozent des Gesamtvolumens) und Geschäftshäuser in 1A-Lagen (611 Millionen Euro oder 19 Prozent) investiert. Bei beiden Anlageklassen lag das mittlere Investmentvolumen pro Objekt unter 20 Millionen Euro.

Nationale Investoren besonders in Investmentzentren aktiv

Mit jeweils rund 1,6 Milliarden Euro waren nationale und internationale Investoren im ersten Halbjahr 2012 gleichermaßen aktiv am gesamtdeutschen Investmentmarkt für Einzelhandelsimmobilien. In den Top 5-Investmentzentren dominierten jedoch mit rund 93 Prozent der investierten Gelder weiterhin die einheimischen Anleger. Im Vorjahreszeitraum überwog ihre Aktivität ebenfalls die der ausländischen Investoren, jedoch betrug der Anteil deutscher Gelder am Gesamtvolumen in den Top 5 nur 63 Prozent.

Mit Investments in Höhe von 985 Millionen Euro zeichneten Immobilienaktiengesellschaften und REITs für knapp ein Drittel des Investmentvolumens verantwortlich. Auf Offene Immobilien- und Spezialfonds entfielen mit 548 Millionen Euro rund 17 Prozent. Weitere 397 Millionen Euro wurden durch Versicherungen und Pensionskassen, welche im Vorjahreszeitraum lediglich für knapp ein Prozent der Investments verantwortlich zeichneten, in deutsche Einzelhandelsimmobilien investiert. Hier resultiert das Investmentvolumen größtenteils aus den Käufen der Allianz in Berlin und Hamburg sowie der R + V Versicherung, die zwei ehemalige Hertie-Objekte in München erwarb.

Schlagworte zum Thema:  Einzelhandelsimmobilie, Investition, Investor

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