05.10.2015 | Top-Thema Finanzierung: Der Fluch der Liquidität

Immer mehr Geld drängt auf den Immobilienmarkt

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Immer mehr Geld drängt auf den Immobilienmarkt.
Bild: Haufe Online Redaktion

„Der Wettbewerb der Kreditgeber ist hoch“, sagt Peter Axmann, Leiter des Bereichs Immobilienkunden der HSH Nordbank.

Denn immer mehr Akteure drängen in den Markt. „Wollen die Finanzierer Neugeschäft generieren, müssen sie ihre Margen trotz des historischen Zinstiefs immer weiter absenken, um konkurrenzfähig zu bleiben.“ Doch das werde immer schwieriger. „In den vergangenen drei Jahren haben sich hierzulande die Bankmargen in der Bestandsfinanzierung nahezu halbiert“, sagt der Hamburger Experte. In der riskanteren Projektentwicklung seien sie um rund ein Drittel gesunken und lägen im Schnitt nur noch zwischen einem und zwei Prozent. „Es stellt sich die Frage“, argwöhnt Axmann, „ob die Risiken noch angemessen eingepreist sind.“


Jeder vergibt Kredite

Vor allem die großen Assekuranzen mischen immer stärker im Finanzierungsgeschäft mit. Axa Real Estate Investment Managers, die Immobilieninvestmenttochter des französischen Versicherungsriesen, hat für ihren jüngsten paneuropäischen Gewerbeimmobilienkreditfonds CRE Senior 9 gerade 2,9 Milliarden Euro bei institutionellen Investoren eingeworben. Damit ist die Gesamtsumme des auf der Kreditplattform von Axa zur Verfügung stehenden Kapitals auf 11,3 Milliarden Euro gestiegen – und dürfte weiter wachsen, meint Charles Daulon du Laurens, European Head of Sales bei Axa Real Estate, weil immer mehr Pensionskassen, Stiftungen und kleinere Assekuranzen auf die so genannten Debt-Funds setzten. „Die Immobilienfinanzierung hat sich zu einer allgemein anerkannten Anlageform entwickelt, die heute für die meisten institutionellen Investoren ein selbstverständlicher Teil ihrer Portfolio-Allokation geworden ist.“
Längst sind es nicht mehr nur Versicherer, die zugleich als Immobilieninvestor und -finanzierer aktiv sind. Auch Kapitalanlagegesellschaften engagieren sich zunehmend im Kreditgeschäft. Die DekaBank, der Fondsbesorger der Sparkassen-Finanzgruppe, verzeichnet inzwischen ein Neugeschäftsvolumen von jährlich rund 2,5 Milliarden Euro im Immobilienfinanzierungsgeschäft. Zudem haben die Frankfurter 2009 mit dem Deka Realkredit Klassik einen eigenen Kreditfonds für institutionelle Investoren aufgelegt, der mittlerweile auf ein Volumen von rund 540 Millionen Euro angewachsen ist.
Jüngst stellte die DekaBank Aquila Capital dem südkoreanischen Asset Manager Samsung SRA einen Kredit über 72 Millionen Euro für den Erwerb einer vollständig an den Autozulieferer Robert Bosch vermieteten Logistikimmobilie in Worms. Der Deal, sagt Amar Latif, Leiter Immobilienfinanzierung Deutschland der DekaBank, stehe „im Einklang mit unserem Ziel, die zentrale Anlaufstelle für internationale Investoren bei der Vergabe von Finanzierungen in Deutschland zu werden“.

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