18.03.2015 | Bericht

EZB-Staatsanleihenkäufe lassen Renditen für Gewerbeimmobilien auf Tiefstände fallen

Die geplanten Staatsanleihenkäufe der EZB lassen die Renditen fallen
Bild: ECB European Central Bank

Die geplanten Staatsanleihenkäufe der Europäischen Zentralbank (EZB) werden zu deutlich fallenden Renditen führen, wie aus dem aktuellen Gewerbemarktbericht "Europa 2015" des Immobilienkonzerns Patrizia hervorgeht. Demnach ist mit unter vier Prozent Rendite bei Büro- und mit unter 3,5 Prozent bei Einzelhandelsimmobilien zu rechnen. Grund ist das steigende Preisniveau und die anziehende Nachfrage nach Gewerbeimmobilien.

Insgesamt setzt sich der Studie zufolge für Büroimmobilien in Europa der Trend der vergangenen Jahre fort: Auf immer mehr Märkten steigen die Mieten, während die Leerstandsquoten stagnieren und die Spitzenrenditen sinken. Starke zyklische Schwankungen sind kaum noch vorhanden.

Für den Büromarkt wie auch für den Einzelhandel spielt vielmehr die Situation auf dem Arbeitsmarkt eine zentrale Rolle. Viele Arbeitsmärkte entwickeln sich positiv, sodass für 2015 eine Erhöhung der Kaufkraft und Konsumbereitschaft erwartet wird. Jedoch geht die Schere zwischen den verfügbaren Einkommen in den verschiedenen europäischen Ländern immer weiter auseinander. Etwa in Italien und Portugal ging das verfügbare Einkommen um rund sieben Prozent zurück, in Finnland und Belgien dagegen um rund zehn Prozent nach oben. Investoren müssen die verschiedenen Entwicklungen bei ihren Strategien berücksichtigen.

Grundsätzlich bleibt Europa in Sachen Gewerbeimmobilien ein sehr heterogener Markt. Die Rezession nach der Finanzmarktkrise konnte zum größten Teil überwunden werden, sodass sich die wirtschaftliche Lage zunehmend entspannt. Aufgrund der ungleichen regionalen Entwicklungen wird aber auch in den nächsten Jahren kein einheitlicher europäischer Gewerbeimmobilienmarkt vorhanden sein.

Schlagworte zum Thema:  Rendite, Gewerbeimmobilien, Investition

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