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E&Y-Trendbarometer: Deutsche Immobilien beliebter als vor der Krise

Die Staatsschuldenkrise tangiert den Immobilienstandort Deutschland kaum: Deutsche Immobilien sind sogar noch attraktiver als zuvor. Dies ist ein Ergebnis des Trendbarometers Immobilien-Investmentmarkt 2012 von Ernst & Young (E&Y).

Sowohl absolut als auch im europäischen Vergleich schätzen 99 Prozent der befragten Akteure den deutschen Markt als attraktiv ein. Besonders deutsche Wohn- und Einzelhandelsimmobilien erfreuen sich ungebrochener Beliebtheit bei allen befragten Investoren. Insgesamt nahmen rund 540 Unternehmen und Investoren an der Befragung teil.

„Der Optimismus für Deutschland und den deutschen Immobilienmarkt ist bei fast allen Befragten deutlicher ausgeprägt als für das übrige Europa“, fasst Hartmut Fründ, Managing Partner bei Ernst & Young Real Estate und Mitverfasser der Studie, zusammen. Die gute Stimmung zeige sich unter anderem bei der Preisentwicklung der favorisierten Segmente: Das sind Einzelhandels- und Wohnimmobilien in guten Lagen.

Transaktionsvolumen 2012 auf Vorjahresniveau erwartet

Ebenfalls positiv sind die Aussichten für An- und Verkaufsaktivitäten im Jahr 2012. „Das Transaktionsvolumen für Gewerbe- und Wohninvestments wird hierzulande etwa dem Vorjahresniveau entsprechen, das wären rund 28 Milliarden Euro“, sagt Christian Schulz-Wulkow, Partner bei Ernst & Young Real Estate und ebenfalls Verfasser der Studie. Eine knappe Mehrheit von 56 Prozent der Befragten erwarte hierzulande ein steigendes Transaktionsvolumen. Kein anderes Land habe ähnlich gut abgeschnitten.

„Offensichtlich werden die guten Immobilienerfahrungen aus dem Krisenjahr 2009 auf die jetzige Situation projiziert“, interpretiert Schulz-Wulkow das Ergebnis. Hinzu komme, dass Deutschland nach wie vor aufgrund der wirtschaftlichen Stabilität als Immobilien-Investmentstandort geschätzt wird.

Starker Fokus auf Wohn- und Einzelhandelsimmobilien

Wie die Studie zeigt, ist der Investmentfokus in Deutschland klar umrissen: Während Büroimmobilien nur für 14 Prozent der Befragten interessant sind, legen rund 51 Prozent einen starken Fokus auf Einzelhandelsimmobilien. Bei Wohnimmobilien sind es sogar 69 Prozent der Befragten. Der Standort Berlin erhält für Wohninvestments 2012 die höchste Zustimmung. Bei Einzelhandelsinvestments favorisieren die Befragten Düsseldorf und Köln. Frankfurt und München liegen bei Büroinvestoren vorne.

Offene Fonds, Banken und Opportunity-Fonds als Verkäufer

Immobilienverkäufer in Deutschland dürften in diesem Jahr vor allem Offene Fonds, Banken und Opportunity- beziehungsweise Private-Equity-Fonds sein. Jeweils rund neun von zehn Befragten schätzen, dass diese Gruppen auf der Verkaufsseite mindestens moderat aktiv sein werden. Banken zählen deshalb zu den voraussichtlich wichtigsten Verkäufergruppen, weil sie aufgrund der zunehmenden Regulierungsvorgaben unter Druck stehen.

Auf Käuferseite dominieren private und institutionelle Anleger

Vor allem eigenkapitalstarke Anleger werden die Käuferseite dominieren. „Neben institutionellen Anlegern zählen Family Offices und vermögende Privatinvestoren zu den aktivsten Käufergruppen“, so Schulz-Wulkow. Zudem werde damit gerechnet, dass internationale Fonds eine wichtige Rolle auf der Käuferseite spielen werden. Treibende Faktoren für den Kauf seien vor allem Inflationssorgen. Neun von zehn Befragten bestätigten dies.

Versicherungen häufiger Fremdkapitalgeber

Neu ist, dass Versicherungen künftig häufiger als Fremdkapitalgeber für Immobilieninvestments Dritter auftreten könnten. Rund 85 Prozent der Befragten rechnen in Deutschland damit. Dies sei eine mögliche Folge des Versicherungsaufsichtsrechts, das gegenwärtig reformiert werde – bekannt unter dem Stichwort Solvency II.

Europa zeigt sich verhalten

Unsicherheit über wirtschaftliche Stabilität und fehlende Transaktionsmöglichkeiten zu attraktiven Preisen führten dazu, dass die Befragten in den anderen untersuchten europäischen Ländern ihre Standorte als weniger attraktiv eingeschätzt haben. Zwar geht man eigentlich wegen wachsender Inflationssorgen von einem erhöhten Interesse an Immobilien aus, die Mehrheit der Befragten erwartet dennoch einen Rückgang der Transaktionen aufgrund der Krise. Nur in Frankreich erwarten mehr als die Hälfte der Befragten 2012 einen Anstieg des Transaktionsvolumens.

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