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Expo Real: Weitere Polarisierung auf Europas Gewerbemärkten

Die unterschiedliche wirtschaftliche Entwicklung in einzelnen europäischen Ländern wird weiter zu einer Polarisierung auf den europäischen Investmentmärkten für Gewerbeimmobilien beitragen. Dies ist eine der Kernaussagen des European Investment Briefing, das CB Richard Ellis auf der Expo Real veranstaltet hat.

Die Polarisierung in Prime- und Sekundärmärkte, die die gewerblichen Investmentmärkte in Europa in den vergangenen zwei Jahren bestimmt und bei der sich Investitionen stark auf erstklassige Immobilien in Kernmärkten konzentriert hat, wird sich fortsetzen und möglicherweise zunehmen. Durch die andauernden wirtschaftlichen Unsicherheiten konzentrieren sich Investoren auf große, liquide Märkte mit guten wirtschaftlichen Fundamentaldaten. CB Richard Ellis (CBRE) geht davon aus, dass ein anhaltender Wettbewerb um Core-Immobilien zu einem stabilen Preisniveau führt.

"Gegenwärtig sind eigenkapitalbasierte und fremdkapitalfinanzierte Investoren in erster Linie an erstklassigen Immobilien in Kernmärkten interessiert", sagt Fabian Klein, Head of Investment bei CBRE in Deutschland. In diesem Marktsegment übersteigt die Nachfrage das Angebot deutlich, und es wird zunehmend schwerer für Investoren entsprechende Objekte zu finden. In vielen anderen Segmenten des Marktes ist die Liquidität hingegen limitiert und das Preisniveau von deutlich mehr Unsicherheiten bestimmt. "Die zusätzlichen Risiken aus der anhaltenden Unsicherheit bei den Staatsfinanzen verstärken diesen Trend", so Klein weiter.

Einzelhandelsimmobilien bestimmen den Markt deutlich stärker als zuvor

Außerhalb der Kernmärkte erwartet CBRE sich verstärkende Divergenzen in der Entwicklung der Immobilienmärkte in Bezug auf das Preisniveau. Dabei werden gute Sekundärimmobilien mit einem Potenzial für Asset Management und Wertsteigerung weiterhin das Interesse für Investoren wecken können. Das Preisniveau für viele Sekundärmärkte in Europa ist noch unklar. Es ist davon auszugehen, dass ein erheblicher Teil an Objekten geringerer Qualität nur bei Renditen, die auch für hoch risikobehaftete Eigenkapitalgeschäfte gelten, einen Käufer finden werden.

Einzelhandelsimmobilien haben den europäischen Investmentmarkt für Gewerbeimmobilien 2011 stärker bestimmt als in den Vorjahren, das Transaktionsvolumen lag dabei in den ersten sechs Monaten um 29 Prozent über dem des entsprechenden Vorjahres. Die Investitionen stiegen besonders in Einzelhandelsimmobilien in Deutschland, den nordischen Ländern und in Zentral- und Osteuropa.

Das Transaktionsvolumen in Italien und Spanien lag in der ersten Jahreshälfte 2011 um rund 40 Prozent unter dem der zweiten Jahreshälfte 2010. In Portugal ging das Transaktionsvolumen um 80 Prozent zurück. Auch die größeren Märkte in Großbritannien und Frankreich haben Rückgänge verzeichnet. In Deutschland stiegen die Umsätze zwischen den ersten sechs Monaten 2011 und der zweiten Jahreshälfte 2010 hingegen um sechs Prozent. Die Region Zentral- und Osteuropa verzeichnete im identischen Zeitraum einen Anstieg des Investitionsvolumens von 49 Prozent.

"Die Investmentaktivität auf den europäischen Immobilienmärkten hat sich 2011 verlangsamt. Zur gleichen Zeit hat sich die Polarisierung zwischen erst- und zweitklassigen Immobilieninvestmentmärkten in Europa fortgesetzt", so Klein abschließend.

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