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Expo Real: Pfandbriefbanken im Wettbewerb gut gerüstet

„Neue Player in der Immobilienfinanzierung – Chance oder Risiko“: Zu diesem Thema veranstaltete die Westdeutsche Immobilienbank am ersten Messetag der Expo Real in München eine Podiumsdiskussion. Erörtert wurden die Alternativen zum klassischen Bankkredit: Hier sind unter anderem Pfandbriefbanken gut aufgestellt.

Der Markt für Immobilienfinanzierungen steht einer steigenden Anzahl an neuen Marktteilnehmern und Alternativen zum klassischen Bankkredit gegenüber. Versicherer, Mezzaninefonds, Emittenten von Anleihen und Pensionskassen sind die neuen Wettbewerber, die Immobilienbanken vor Herausforderungen stellen. Regulatorische Anforderungen, wie Basel III auf Seite der Banken und Solvency II auf Versicherungsebene, begünstigen diese Entwicklung. Versicherungen stellen in Europa inzwischen rund 40 Prozent des Gesamtkreditvolumens. In den USA liegt die Zahl bereits wesentlich höher.

Knopp: "Pfandbrief ermöglicht günstige Refinanzierung"

Peter Knopp, Vorsitzender des Vorstands der Westdeutschen Immobilienbank (WestImmo), sieht Pfandbriefbanken im Wettbewerb nach wie vor gut gerüstet. Jeder Marktteilnehmer müsse sich vor dem Hintergrund der künftigen regulatorischen Anforderungen überlegen, ob für ihn die Immobilienfinanzierung als Geschäftsfeld interessant sei und er sich ein Engagement in diesem Bereich mit Blick auf die höheren Eigenkapitalanforderungen „leisten" könne.

„Der Kern des Geschäftsmodells von Pfandbriefbanken beinhaltet, Risikoaktiva langfristig auf die Bilanz zu nehmen", so Knopp. Der Pfandbrief ermögliche eine günstige Refinanzierung im mittleren bis langfristigen Bereich. Immobilienbanken würden somit als Motoren der wirtschaftlichen Entwicklung bei der gewerblichen Immobilienfinanzierung auch zukünftig eine große Rolle spielen.

Dennoch, so Knopp, werde Basel III die Hürden für die Finanzierungsbereitschaft der Banken höher legen. Die Konsequenz werden niedrigere Beleihungsausläufe, geringere Laufzeiten und auch eine restriktivere Kreditvergabe für bestimmte Kundengruppen sein. Solvency II hingegen sehe vor, dass Versicherer Immobilieninvestments mit 25 Prozent Eigenkapital unterlegen. Dies begünstige die Hinwendung der Assekuranzen zur Immobilienfinanzierung.

Versicherungen bauen Engagement in der Immobilienfinanzierung weiter aus

„Versicherungen decken bei der Immobilienfinanzierung einen Bedarf ab, der teilweise von anderen Marktteilnehmern nicht getragen wird", bestätigt Hauke Brede, CRO Allianz Real Estate GmbH, diesen Trend. Die Allianz werde ihr Immobilienportfolio im nächsten Jahr weiter ausbauen und setze dabei auf direkte und indirekte Immobilieninvestitionen und Finanzierungen gewerblich genutzter Immobilien.

Diese Finanzierungsbereitschaft von Versicherungen sei für Projektentwickler eine interessante Alternative, so Hans Schlamp, Geschäftsführender Gesellschafter Accumulata Immobilien Development GmbH. Er verzeichnet bei den Banken, die erheblich von Strukturveränderungen nach der Finanzkrise betroffen sind, eine zunehmend restriktivere Kreditvergabe. Auch die Konditionen seien unterschiedlich: „Öffentliche Banken und der Genossenschaftsbereich bieten derzeit sehr viel attraktivere Finanzierungskonditionen als private Banken."

Ulrich Höller, Vorstandsvorsitzender DIC, sieht das Bankgeschäft hingegen wieder auf einem normalisierten Niveau: „Das Finanzierungsgeschäft mit den Banken verläuft derzeit durchaus normal." Harte Verhandlungen mit den Bankpartnern über Beleihungsausläufe und Zugeständnisse, die von den Finanzinstituten erwartet werden, erschweren aber auch aus seiner Sicht die Finanzierungsabschlüsse und ziehen die Gespräche oft in die Länge. Die DIC habe darüber hinaus ergänzend eine alternative Finanzierungsoption genutzt.

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