23.01.2012 | Investoren

Europäische Investmentmärkte besser als erwartet

Die europäischen Investmentmärkte haben das Jahr 2011 stärker beendet als erwartet: Im 4. Quartal ist das Volumen um 17,7 Prozent auf 36,8 Milliarden Euro gestiegen, wie Cushman & Wakefield meldet.

Für das Gesamtjahr meldet der internationale Immobilienberater ein Ergebnis von 126,2 Milliarden Euro. Dabei waren ausländliche Investoren maßgebliche Treiber des Investmentgeschäfts: Sie haben ihr Investitionsvolumen um 16,2 Prozent erhöht, während bei inländischen Investoren nur ein Plus von 3,6 Prozent registriert wird. Der Marktanteil ausländischer Investoren belief sich auf 35,8 Prozent.

Nach wie vor hat sich das Investmentinteresse auf die drei Core-Märkte Großbritannien, Deutschland und Frankreich fokussiert, in denen 61,4 Prozent aller europäischen Immobilieninvestments stattfanden.

Größte Wachstumsraten in den Schwellenländern

Jedoch wurden die größten Wachstumsraten in den Schwellenländern verzeichnet: Sieben der zehn stärksten Wachstumsmärkte 2011 befanden sich in Mittel- beziehungsweise Osteuropa: Bulgarien, Estland, Slowakei, Tschechische Republik, Ungarn, Russland und Kroatien.

Lediglich die drei westeuropäischen Länder Schweiz, Dänemark und Frankreich zählen zu den Top-Ten der höchsten Investment-Wachstumsraten. Zu den Verlierern zählten die sogenannten PIIGS Staaten. Während das Investmentvolumen in Portugal, Irland, Italien, Griechenland und Spanien insgesamt um 25,9 Prozent sank, wurde in den anderen Ländern der Eurozone ein Volumenanstieg von 17,7 Prozent registriert.

Industriesektor punktet am meisten

Am stärksten punktete der Industriesektor: Hier registriert Cushman & Wakefield ein Plus von 24,5 Prozent und einen Marktanteil von 9,4 Prozent. Es folgen Büroimmobilien und Einzelhandelsimmobilien.

Im Retail-Segment hat sich Großbritannien die Marktführerschaft zurückerobert, die sich Deutschland im Laufe des Jahres 2011 kurzzeitig gesichert hatte. In der Gesamtjahresbetrachtung liegt Großbritannien im Einzelhandelssegment vor Deutschland.

Finanzierungsengpässe bleiben auf der Tagesordnung

Das große Thema im Markt ist aktuell das der Finanzierung – und das wird auch noch einige Zeit so bleiben. Die restriktive Kreditvergabe wird anhalten und Finanzierungsengpässe auf der Tagesordnung bleiben. Refinanzierungen werden laut Cushman & Wakefield gleichwohl auf das Marktgeschehen einwirken.

Auf der Nachfrageseiten stehen insbesondere große Pensionsfonds und Staatsfonds aus Nordamerika und dem fernen Osten bereit. In ihrem Fokus werden hochwertige Immobilien in den europäischen Kernmärkten stehen. Investoren mit Eigenkapital werden gleichwohl präsent sein, wie auch vermögende Privatinvestoren aus Europa, Asien und dem Nahen Osten.

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