19.01.2012 | Investoren

EU signalisiert "grünes Licht" für Eurohypo-Teilintegration

Die Commerzbank will profitable Teile der Problemtochter Eurohypo integrieren und den Rest selbst abwickeln. Dem muss die EU-Kommission zustimmen. Hier gebe es erste positive Signale, schreibt das Handelsblatt (Donnerstag).

Wegen ihrer Verluste und des schlechten Kreditportfolios gilt die Eurohypo als unverkäuflich. Für die geplante Integration (FAZ/Mittwoch) des Eschborner Instituts braucht die Commerzbank allerdings grünes Licht von der EU-Kommission aus Brüssel. Eine positive Entscheidung könne schon in Kürze fallen, wie das Handelsblatt berichtet. Womöglich bereits im kommenden Monat, zitiert die Zeitung mehrere mit den Gesprächen vertraute Personen.

Doch erst einmal muss Blessing seinen Plan, wie er die Lücke von 5,3 Milliarden Euro schließen will, bei den Aufsichtsbehörden durchbringen. Nach Informationen der "FAZ" (Donnerstag) will er dabei auch ohne direkte Hilfe des Großaktionärs Allianz auskommen. Derzeit wird noch spekuliert, ob der Münchener Versicherer seine im Zuge des Dresdner-Bank-Verkaufs erhaltene Stille Einlage in hartes Eigenkapital umwandelt und damit den Anteil an der Commerzbank deutlich ausbaut.

Beim Ringen um die Zukunft der teilverstaatlichen Commerzbank droht der Financial Times (Donnerstag) zufolge Störfeuer aus London: Die dort ansässige europäische Bankenaufsicht EBA glaubt nicht daran, dass die Commerzbank ihre Kapitallücke ohne weitere staatliche Hilfen stopfen kann, berichtet das Blatt. Es erscheine "fast unausweichlich", dass Deutschlands zweitgrößte Bank erneut auf Geld vom Staat zurückgreifen müsse, zitierte die Financial Times hochrangige EBA-Beamte. Die Bank wollte den Bericht nicht kommentieren.

Commerzbank-Chef Martin Blessing hatte zuletzt immer wieder betont, dass er keine weitere Staatshilfe annehmen will. Mehreren Presseberichten zufolge will die Bank bei der deutschen Finanzaufsicht am morgigen Freitag einen Plan einreichen, in dem keine weiteren Steuergelder enthalten sind. Zudem versucht sie offenbar alles, um die Problemtochter Eurohypo doch nicht bis Ende 2014 verkaufen zu müssen. Beim Staats- und Immobilienfinanzierer klafft der größte Teil der Kapitallücke des Konzerns. Eigentlich müsste die Eurohypo wegen der im Winter 2008/2009 erhaltenen Staatshilfen verkauft werden.

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