12.02.2016 | Gericht

Erste Klage im Milliardenstreit um Hypo-Alpe-Altlasten vor Gericht

Hintergrund der Klage ist, dass die Regierung in Wien beschlossen hatte, die Hypo-Alpe-Abwicklungsanstalt Heta abzuwickeln.
Bild: Bernd Deschauer ⁄

Im Milliardenstreit um Forderungen an die einstige Krisenbank Hypo Alpe Adria hat ein erster Prozess vor dem Landgericht Frankfurt begonnen. Die FMS Wertmanagement, die „Bad Bank“ des Immobilienfinanzierers Hypo Real Estate (HRE), klagt auf Rückzahlung einer Anleihe in Höhe von 200 Millionen Euro plus Zinsen.

Bisher sind in dem Komplex neun Klagen anhängig, die Forderungen summieren sich auf 2,2 Milliarden Euro.

Hintergrund ist, dass die Regierung in Wien zum 1. März 2015 beschlossen hatte, die Hypo-Alpe-Abwicklungsanstalt Heta abzuwickeln und sämtliche Schuldenzahlungen zu stoppen. Damit griffen Bürgschaften des finanziell angeschlagenen Bundeslandes Kärnten für Heta-Verbindlichkeiten nicht mehr. Deutsche Banken und Versicherungen bangen nach früheren Angaben insgesamt um gut sieben Milliarden Euro. Ein Angebot Kärntens, die Milliardenforderungen zu 75 Prozent zu bedienen, hatte die „Ad-Hoc-Gruppe“ als größte Gläubigergruppe in diesem Januar umgehend abgelehnt. Zu der Gruppe gehören neben der FMS unter anderen die Commerzbank und der Vermögensverwalter Pimco. Kärnten hatte die riskante Expansion der Hypo Alpe Adria mit Landeshaftungen unterstützt und zuletzt gewarnt, im Falle einer vollständigen Rückzahlung drohe dem Land die Pleite. Die Heta-Anwälte argumentieren, die Heta sei an die österreichischen Gesetze gebunden. Daher seien ihr vom 1. März 2015 bis 31. Mai 2016 Zahlungen verboten.

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Schlagworte zum Thema:  Klage, Bank

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