Der globale Aufschwung wird laut Union Investment auch eine neue Nachfrage nach Stores in Top-Lagen generieren Bild: Haufe Online Redaktion

Die Stimmung bei Konsumenten und Einzelhändlern ist in den investmentrelevanten Märkten beflügelt. Das zeigt der neue "Global Retail Attractiveness Index" (GRAI) von Union Investment, der die Attraktivität der Top-17-Märkte weltweit analysiert hat. In Europa wirkt sich zwar die unterdurchschnittliche Entwicklung der Einzelhandelsumsätze belastend aus, doch Deutschland und Polen, die das Länderranking in Europa 120 Punkten anführen, leisten einen starken Beitrag.

In den EU-12-Index fließen die Indizes der EU-Länder Deutschland, Frankreich, Italien, Spanien, Großbritannien, Österreich, Niederlande, Belgien, Irland, Portugal, Polen und Tschechien ein. Dabei bedeuten 100 Indexpunkte eine durchschnittliche Bewertung. Deutschland und Polen erreichen jeweils 120 Punkte.

Überdurchschnittliche Entwicklung des Einzelhandelsumsatzes in Polen und Portugal

Der polnische Einzelhandelsmarkt zeigt derzeit die dynamischste Entwicklung der im Index abgebildeten europäischen Länder: Mit einem Plus von acht Punkten legte der polnische Subindex im Jahresverlauf besonders stark zu. Grund ist die überdurchschnittliche Entwicklung des Einzelhandelsumsatzes. Ein gutes Niveau (im Ranking Platz drei) weist auch Portugal auf.

"Früher oder später wird Portugal wieder auf Landkarte der Investoren auftauchen", so Henrike Waldburg, Leiterin Investment Management Retail bei der Union Investment Real Estate GmbH.

Die zweitstärkste Entwicklung im Jahresverlauf hat Union Investment in Irland beobachtet: Der irische Attraktivitätsindex stieg im Jahresverlauf um drei Punkte. Auch in diesem Plus spiegelt sich der positive Trend bei den Einzelhandelsumsätzen wider. Irland rückt mit 117 Punkten in den Kreis der europäischen Top-5 auf, zu dem auch Deutschland (120), Polen (120), Portugal (118) und Tschechien (116) gehören.

Britischer Index massiv eingebrochen

Zu verkraften hat der EU-12-Index den massiv eingebrochenen britischen Index. rund ist laut Union Investment die Verunsicherung, die im Zuge der Diskussion um die Brexit-Folgen auf den britischen Einzelhandelsmarkt geschwappt ist.

"Von der Verunsicherung betroffen sind insbesondere die britischen Regionalmärkte. In London ist die Konsumneigung unverändert hoch", sagt Waldburg.

Im Jahresverlauf 2017 haben Union Investment zufolge alle untersuchten Stimmungs- und Marktindikatoren zum Teil deutliche Verluste erlitten. Gegenüber dem Vorjahr gab britische Einzelhandelsindex um 21 Punkte nach und bildet mit  97 Punkten das Schlusslicht in Europa.

Einzelhandelsportfolio international diversifizieren

"Abgesehen von den gravierenden Herausforderungen für den britischen Retailmarkt, entwickelt sich das fundamentale Umfeld für den Einzelhandel in Europa, Amerika und Asien-Pazifik nach wie vor positiv", fasst Waldburg zusammen.

In den Amerika-Index gehen die Indizes der USA und Kanadas ein; der Asien-Pazifik-Index berücksichtigt Japan, Südkorea und Australien. Für Nordamerika weist der GRAI aktuell 115 Punkte aus. Damit hat der Index in Nordamerika im Jahresverlauf 2017 um zehn Punkte zugelegt. Der EU-12-Index bleibt mit 112 Punkten und einem leichten Verlust von drei Punkten hinter dem Nordamerika-Index zurück. Ein ähnlich gutes Niveau (110 Punkte) erreicht der Asien-Pazifik-Index, der um sieben Punkte zulegte.

Transformation des Einzelhandels: Neue Geschäftsmodelle gefragt

"Der globale Aufschwung wird die Transformation des Einzelhandels weiter vorantreiben, neue Einzelhandelskonzepte hervorbringen und eine neue Nachfrage nach Stores in Top-Lagen generieren", so Waldburg abschließend. Für Investoren liege in der anhaltenden Aufschwungphase die besondere Chance, ihre Einzelhandelsportfolio international zu diversifizieren und die Immobilienbestände gezielt auf die veränderten Shoppingbedürfnisse der kaufkräftigen Konsumenten auszurichten.

Schlagworte zum Thema:  EU, Europa, Einzelhandel

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