13.01.2012 | Investoren

Einzelhandel bleibt Favorit bei Immobilieninvestoren

Die enorme Nachfrage nach deutschen Handelsimmobilien setzte sich im Schlussquartal 2011: Nach Analysen von CB Richard Ellis wurden 10,55 Milliarden Euro investiert; 36 Prozent mehr als im Vorjahr.

„Der Einzelhandelsumsatz 2011 legte im größten Handelsmarkt Europas nach ersten offiziellen Schätzungen durch das Statistische Bundesamt nominal um bis zu 2,9 Prozent zu und steht vor dem größten Umsatzsprung seit der deutschen Wiedervereinigung", sagt Jan Linsin, Head of Research bei CBRE in Deutschland.

Es investierten wieder verstärkt internationale Anleger am deutschen Einzelhandelsimmobilienmarkt. Rund 4,3 Milliarden Euro und somit 41 Prozent des gesamten Einzelhandelstransaktionsvolumens 2011 stammten von ausländischen Akteuren, vornehmlich aus den USA, Kanada und Großbritannien kamen. Im Jahr zuvor lag der Anteil an grenzüberschreitenden Investitionen bei 37 Prozent.

Shopping-Center dominieren

Bezüglich der einzelnen Objekttypen innerhalb der Anlageklasse Einzelhandelsimmobilien dominierten 2011 die Shopping-Center. Gegenüber dem bereits starken Vorjahresergebnis wurden im Jahr 2011 mit 4,7 Milliarden Euro nochmals 32 Prozent mehr investiert.

Die größten Transaktionen von Shopping-Centern waren der Verkauf eines 50 Prozent-Anteils am CentrO in Oberhausen an einen kanadischen Pensionsfonds und im vierten Quartal der Verkauf des PEP in München-Neuperlach sowie der Verkauf der Gropius-Passagen in Berlin an mfi AG. Insgesamt wurden 13 Transaktionen von Einkaufszentren in der Größenordnung von mehr als 100 Millionen Euro registriert.

Eine deutliche Wiederbelebung war im Vergleich zum Vorjahr im Bereich der innerstädtischen Geschäftshäuser in 1A-Lagen zu sehen. Hier wurde 2011 mit einem Investmentvolumen von rund drei Milliarden Euro 92 Prozent mehr investiert als im Jahresverlauf 2010. Zu den größten Verkäufen zählten die Karstadt-Häuser in München und Hamburg, Die Mitte und das Kant Center in Berlin sowie der Erwerb der Alten Post in Hamburg.

Projektentwickler und Bauträger steigern Investitionen deutlich

Ein weniger starker Anstieg (+ 18 Prozent) war im Segment der Fachmärkte und Fachmarktzentren zu beobachten. In Objekte dieser Nutzungsart wurden rund 2,6 Milliarden Euro angelegt. Die größte Transaktion war der Verkauf des Metro-Portfolios sowie der Erwerb von 13 Objekten durch die israelische Brack Capital und der Ankauf zweier Pakete durch Natixis für den Captiva Capital Partners III ELP.

Aktivste Investorengruppe auf Käuferseite waren Asset- und Fondsmanager mit knapp 2,8 Milliarden Euro (26 Prozent des Gesamtvolumens) sowie Offene Immobilien- und Spezialfonds mit 2,6 Milliarden Euro (25 Prozent).

Auch Projektentwickler und Bauträger stiegerten ihre Investitionen im Vergleich zum Vorjahr deutlich. Mit Käufen für knapp 1,5 Milliarden Euro stellten sie mit 14 Prozent die drittstärkste Käufergruppe 2011.

Rückläufig war der Anteil der Geschlossenen Fonds am Investmentgeschehen. Mit 757 Millionen Euro sank das Volumen hier um 29 Prozent. Private Direktinvestitionen dagegen konnten nochmal zulegen und erreichten mit knapp 1,1 Milliarden Euro einen Anteil von zehn Prozent am Gesamtvolumen.

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