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Einlagensicherungsfonds der privaten Banken sollen Düsseldorfer Hypothekenbank retten

Es ist das zweite Mal, dass der Fonds der Bank unter die Arme greifen muss
Bild: Haufe Online Redaktion

Die Düsseldorfer Hypothekenbank (DüssHyp) ist erneut in Bedrängnis. Grund sind bedrohte Anleihen der österreichischen Krisenbank Hypo Alpe Adria. Nun soll der Einlagensicherungsfonds der privaten Banken zur Rettung einschreiten. Das teilte der Bundesverband deutscher Banken mit.

Der Einlagensicherungsfonds der privaten Banken stelle eine Garantie und schirme die problematischen Anleihen ab, "um die akuten Risiken zu beseitigen", hieß es in der Mitteilung. Ziel sei die Übernahme der Düsseldorfer Hypothekenbank durch den Einlagensicherungsfonds und ihre Fortführung. Für die Kunden der Bank habe dies keine Auswirkungen, betonte ein Verbandssprecher. Eine Sprecherin der Hypothekenbank wollte die Entwicklung nicht kommentieren.

Die Düsseldorfer Hypothekenbank hat kein klassisches Privatkundengeschäft, sondern konzentriert sich auf die Finanzierung von gewerblichen Immobilien in Deutschland, Frankreich, den Niederlanden und Spanien. Früher gehörte auch die Staatsfinanzierung zu ihrem Geschäftsmodell.

Ausgelöst wurde die aktuelle Krise der Düsseldorfer Hypothekenbank durch die Turbulenzen um die einstige österreichische Skandalbank Hypo Alpe Adria. Die Regierung in Wien hatte Anfang März beschlossen, die "Bad Bank" der Hypo Alpe Adria namens Heta abzuwickeln und dabei sämtliche Schuldenzahlungen zu stoppen.

Die Düsseldorfer Hypothekenbank hatte Ende 2013 Hypo-Papiere mit einem Volumen von 348 Millionen Euro im Bestand. Der Bankenverband schirme nun die Heta-Anleihen der Hypothekenbank ab, hieß es.

Es ist bereits das zweite Mal, dass der Fonds der Bank unter die Arme greifen muss. Die Düsseldorfer Hypothekenbank war bereits in der Finanzkrise an den Abgrund geraten und im April 2008 von der Einlagensicherung gerettet worden. Das auf Pfandbriefe spezialisierte Institut hatte vor der Rettungsaktion einen Gewinneinbruch erlitten.

Jedoch ist die DüssHyp bei weitem nicht das einzige deutsche Geldinstitut, das unter den aus Österreich importierten Problemen leidet. Der Rückzahlungsstopp der Hypo-Alpe-Bad-Bank Heta hatte zuvor unter anderem die NordLB und deren Tochter Deutsche Hypo getroffen.

Wegen der drohenden Zahlungsausfälle habe die NordLB eine Risikovorsorge für noch offene Forderungen von 380 Millionen Euro getroffen und den Jahresabschluss für 2014 entsprechend wertberichtigt, hatte die Landesbank am Freitag in Hannover mitgeteilt. Davon entfielen 245 Millionen Euro auf die Deutsche Hypo.

Betroffen von den Problemen ist auch die in der Finanzkrise verstaatlichte Immobilienbank Hypo Real Estate (HRE). Sie hat mehrere Anleihen der Hypo Alpe Adria in den Büchern. Der HRE-Vorstand hatte bereits eine Wertberichtigung von 120 Millionen Euro beschlossen.

Schlagworte zum Thema:  Immobiliendienstleister, Immobilienbank

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