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DTZ: Industrieunternehmen verzichten 2012 weitgehend auf Expansion

Zwei gegenläufige Wirtschaftstrends dominieren den europäischen Logistik- und Industriemarkt 2012: Laut DTZ wird es ein starkes Wachstum in Ost- und Nordeuropa geben, im übrigen Europa kühlt das Wirtschaftsklima ab. Die Folge: Ein Verzicht auf weitere Expansionen.

Trotz eher schlechter Konjunkturaussichten kam es im Jahr 2011 in der zweiten Jahreshälfte in den fünf europäischen Top-Märkten zu Flächenumsätzen von rund acht Millionen Quadratmetern. In der ersten Hälfte waren es 7,6 Millionen Quadratmeter. In Großbritannien, Deutschland, Frankreich, Osteuropa und den Benelux-Staaten stieg der Flächenumsatz um 36 Prozent von elf Millionen Quadratmetern 2010 auf 15,6 Millionen Quadratmeter 2011.

In Deutschland stieg der Flächenumsatz um 42 Prozent. Höher war der Anstieg mit 90 Prozent nur in den Benelux-Staaten und mit 48 Prozent in Frankreich. In Großbritannien erhöhte sich der Flächenumsatz um 15, in Osteuropa um 16 Prozent.

Rückgang an Bauvorhaben stabilisiert die Märkte

„Mieter und Käufer legen ihren Fokus auf Prime Immobilien in den Top-Lagen", sagt Rob Hall, Leiter von DTZ Logistics in Europa. Bei Projektentwicklungen werde immer häufiger vorab mit einem Mieter oder Käufer das Vorhaben festgelegt. Entwickler seien kaum bereit, auf spekulativer Basis zu bauen, da hohe Finanzierungskosten und Risiken bestünden. "Der Rückgang neuer Bauvorhaben hat allerdings geholfen, den Markt neu auszurichten", sagt Hall. "Unsere Studie zeigt, dass in 2011 die Mieten in 19 von 20 europäischen Märkten stabil geblieben sind. Bis Ende 2012 erwarten wir, dass die Mieten um 0,8 Prozent wachsen.“

Investitionsvolumen von 10,4 Milliarden Euro

Der Logistik-Immobilienmarkt hat sich mit einem Investitionsvolumen von 10,4 Milliarden Euro 2011 im Vergleich zu 8,6 Milliarden Euro im Jahr 2010 erholt. Das höchste Investitionsvolumen wurde mit vier Milliarden Euro am britischen Markt erzielt, das entspricht 39 Prozent der gesamten europäischen Transaktionen 2011.

Der deutsche Investmentmarkt war im Jahr 2011 während der zweiten Hälfte weniger lebhaft, das Volumen war mit etwa 600 Millionen Euro niedriger als in der ersten Hälfte des Jahres, in der etwa 800 Millionen Euro umgesetzt wurden. Weiterhin hohe Transaktionsvolumen weisen die nordischen Staaten auf: Im Jahr 2011 wurde mit 1,9 Milliarden Euro so viel investiert wie selten zuvor.

„Im Vergleich hat der Industriesektor mit einem Wachstum von 23 Prozent 2011 den gesamten Immobilienmarkt weit übertroffen. Dort wurde in der gleichen Zeit nur ein Wachstum von sechs Prozent erzielt“, so Magali Marton, Leiterin von DTZ Research in Europa.

Rückgang der Industrieproduktion 2012

Nach dem Wachstum der europäischen Industrieproduktion von durchschnittlich 2,8 Prozent im Jahr 2011 wird unter Berücksichtigung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung für 2012 mit einem Rückgang um 0,4 Prozent gerechnet. Der größte Rückgang wird in Deutschland erwartet: Dort geht das Wachstum der Produktion von 8,1 Prozent (2011) auf 0,8 Prozent (2012) zurück, so die Prognose der Studie.

„Die Einzelhandelsumsätze in der Europäischen Union sanken um 0,2 Prozent im Jahr 2011", so Morton. "Hinter dieser Zahl verbirgt sich eine deutliche Polarisierung: Auf der einen Seite stehen die osteuropäischen und baltischen Staaten mit einem Umsatzwachstum von mehr als drei Prozent, auf der anderen Seite die südlichen Regionen mit einem Umsatzrückgang von 1,1 bis zu 8,8 Prozent.“

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