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Deutschland und Polen als Gewinner der Schuldenkrise gesetzt

Investoren trauen laut einer Studie von Union Investment vor allem Deutschland zu, die Folgen der Eurokrise auf dem Immobilienmarkt abzufedern. Ein souveräner Umgang mit der Schuldenkrise wird sonst einhellig nur von Polen erwartet.

Für die Investitionsklimastudie von Union Investment wurden in Deutschland, Frankreich und Großbritannien 167 Immobilieninvestoren befragt. Darin zeigt sich jeder zweite Investor (49 Prozent) überzeugt, dass der deutsche Immobilienmarkt sogar gestärkt aus dem aktuellen Zyklus hervorgehen wird; an eine einschneidende Schwächung des deutschen Marktes in Folge der Eurokrise glauben gerade einmal drei Prozent der europäischen Immobilienprofis.

38 Prozent der Befragten glauben, dass auch der polnische Markt gestärkt aus dem Zyklus hervorgehen wird. Von der Türkei erwarten das 31 Prozent, von Schweden 29 Prozent und der Schweiz 25 Prozent. Für die Immobilienmärkte Frankreich, Großbritannien und Niederlande ermittelte die Untersuchung demgegenüber eine breite Spreizung der Erwartungen: Hier gehen ebenso viele Investoren von einer Stärkung wie von einer zusätzlichen Schwächung  im aktuellen Zyklus aus.

Kapitalanforderungen an Investoren steigen

Bei Ländern der südlichen Peripherie, insbesondere bei Portugal und Spanien, das die befragten Investoren als Risikomarkt Nummer 1 für die nächsten zwei drei Jahre einstufen, dürfte die Schuldenkrise nach Ansicht der Investoren mit besonderer Härte auf die lokalen Immobilienmärkte durchschlagen.

Gefragt nach den mittel- bis langfristigen Auswirkungen der Schuldenkrise, stellt sich mit 78 Prozent die deutliche Investorenmehrheit auf eine „längere Phase der Unsicherheit auf allen europäischen Immobilienmärkten“ ein. In diesem Zusammenhang erwarten jeweils 90 Prozent eine „stärkere Konzentration der Investments auf die stabilen nordeuropäischen Märkte“ sowie eine „Verstärkung des Nord-Süd-Gefälles“. 

Gesunkene Erwartungen lassen Klimaindex einknicken

Eine ebenso deutliche Mehrheit (88 Prozent) sieht höhere „Kapitalanforderungen an Investoren“ auf sich zukommen. Die Gefahr einer „neuen Kreditklemme“ (72 Prozent) wie „steigender Steuern“ (77 Prozent) wird in Frankreich mit einer Zustimmung von 86 Prozent beziehungsweise 100 Prozent überproportional stark gesehen. Immerhin 68 Prozent der Gesamtbefragten glauben, dass im Verlauf der Schuldenkrise die Nachfrage nach „opportunistischen Investments“ steigen wird; eine „Rezession in allen Teilen Europas“ halten demgegenüber nur 39 Prozent der Investoren für ein wahrscheinliches Szenario.

57 Prozent der Investoren erwarten in Folge der Schuldenkrise kurz- bis mittelfristig einen "Rückgang der grenzüberschreitenden europäischen Immobilientransaktionen“. Während die „stärkere Konzentration der Investoren auf Core-Produkte“ mit 87 Prozent die erwartet hohe Zustimmung erhielt, deuten die Umfrageergebnisse nicht darauf hin, dass einzelne Nutzungen von der Eurokrise in besonderem Maße profitieren werden. Eine "steigende Nachfrage nach Einzelhandelsimmobilien“ infolge der Schuldenkrise erwarten lediglich 31 Prozent der befragten Investoren.

55 Prozent der deutschen Investoren suchen Sicherheit

Vor dem Hintergrund der konjunkturellen Unsicherheiten in weiten Teilen Europas haben sich auch die Anlagemotive der europäischen Immobilieninvestoren verschoben. Für 55 Prozent der deutschen Anleger ist „Sicherheit“ jetzt das wichtigste Anlagemotiv, weit dahinter rangieren „Rendite“ (28 Prozent) und „Liquidität“ (8 Prozent).

Vor sechs Monaten stand „Sicherheit“ noch bei 33 Prozent der deutschen Investoren im Zentrum der Anlageentscheidung; „Rendite“ war für 43 Prozent am wichtigsten. Die traditionell starke Sicherheitsorientierung der deutschen Investoren bleibt damit signifikant über den in Frankreich (32 Prozent) und UK (9 Prozent) festgestellten Werten. Bei den Briten bleibt „Rendite“ mit 84 Prozent auch in einem schwierigen Konjunkturumfeld das zentrale Anlagemotiv.

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