Im Wettlauf um die Gunst internationaler Gewerbeimmobilien-Investoren hat UK wieder die Nase vorn Bild: Haufe Online Redaktion

Deutschland ist für internationale Anleger nicht mehr die bevorzugte Investitionsregion für Gewerbeimmobilien. Das ist ein Ergebnis des Investoren-Barometers von Brickvest für das vierte Quartal 2017. Nur 23 Prozent der Befragten bejahten das, nach 34 Prozent im dritten Quartal. Auf Platz eins steht nun wieder Großbritannien. Außerdem macht Brickvest eine deutliche Zunahme der Risikoakzeptanz sowie ein wachsendes Interesse an B-Städten und regionalen Märkten aus.

Im dritten Quartal 2017 war laut Brickvest noch Deutschland Spitzenreiter gewesen und hatte UK erstmals verdrängt. Brickvest ist eine Online-Plattform für Crowdinvestments – Lead-Investor ist seit Oktober 2017 die Berlin Hyp.

29 Prozent der zum Jahresende 2017 von Brickvest befragten Investoren gaben indessen im aktuellen Barometer an, dass Großbritannien wieder an Popularität gewonnen habe. Das sind zwei Prozentpunkte mehr als im dritten Quartal mit 27 Prozent. Damit nähert sich die Beliebtheit wieder dem Niveau von Anfang 2017 (30 Prozent).

Auch die Popularität der USA (19 Prozent) und Frankreich (18 Prozent) hat im Vergleich zum dritten Quartal zugenommen – um zwei beziehungsweise drei Prozentpunkte. Im vierten Quartal 2016 hatten Großbritannien und Deutschland mit jeweils 27 Prozent gleichauf gelegen.

Widersprüchlich etwa zu einer aktuellen Analyse von Ernst & Young ist das Ergebnis der Brickvest-Umfrage unter separater Berücksichtigung deutscher Investoren: Deren Interesse am Heimatmarkt soll im Vorjahresvergleich um 25 Prozent zurückgegangen sein. Laut Brickvest nannten im vierten Quartal 2017 nur 41 Prozent der deutschen Investoren Deutschland als präferierten Zielmarkt – nach 55 Prozent im vierten Quartal 2016. Das Interesse an den USA und Großbritannien habe indessen im Vorjahresvergleich um 41 Prozent beziehungsweise 32 Prozent zugenommen, heißt es bei Brickvest.

Risikoappetit-Index höher als im Vorjahr

Der durchschnittliche Risikoappetit-Index der Anleger lag BrickVest zufolge mit einem Score von 50 höher als 2017 mit 47. Der Anteil der Investoren mit einer geringen oder moderaten Risikoakzeptanz ging zurück – um zehn beziehungsweise vier Prozent, während der Anteil von Anlegern mit hoher Risikoakzeptanz um 21 Prozent anstieg. Im Ergebnis gaben im vierten Quartal 2017 insgesamt 27 Prozent der Befragten eine hohe Risikoneigung an (2017: 22 Prozent).

Unter den deutschen Investoren stieg der Anteil mit hoher Risikoakzeptanz im vierten Quartal 2017 im Vorjahresvergleich von 17 Prozent auf 27 Prozent. Das ist ein Plus von 56 Prozent. Der Anteil risikoaverser deutschen Investoren ging um 19 Prozent zurück und liegt aktuell bei 28 Prozent. A-Standorte werden von 59 Prozent der Befragten präferiert, 41 Prozent würden B-Standorte und regionale Märkte bevorzugen, was laut Brickvest dem zweithöchsten Wert jemals erreichten Barometerwert entspricht.

Starker Fokus auf Kapitalerhalt

48 Prozent der Befragten (Deutschland: 55 Prozent) nannten das Kapitalwachstum als wichtigstes Investmentziel, während 38 Prozent der Investoren das Erzielen von Gewinnen als primäres Investmentziel nannten. Wert auf Liquidität legen in Deutschland sieben Prozent der Befragten, steuerliche Aspekte wurden von deutschen Investoren überhaupt nicht mehr genannt.

"Es fällt auf, dass einer nach wie vor starken Fokussierung auf Kapitalerhalt eine wachsende Risikoakzeptanz und ein stärkeres Ausweichen auf B-Standorte gegenüberstehen", sagt Dr. Thomas Schneider, CIO von BrickVest. Dies könne als Indiz dafür interpretiert werden, dass es Investoren angesichts der Renditeentwicklung an den meisten Gewerbeimmobilienmärkten immer schwerer fällt, ein an sich konservatives Investmentziel mit einer herkömmlichen sicherheitsorientierten Investmentstrategie zu erreichen.

Schlagworte zum Thema:  Investment, Investment Property, Crowdinvesting, Gewerbeimmobilien

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