26.01.2012 | Investoren

Deutschland im Fokus internationaler Retailer

Internationale Retailer drängen unverändert nach Deutschland. Das ergibt der Retail Market Report 2012 von BNP Paribas Real Estate zur Entwicklung deutscher Einzelhandelsstandorte.

Die nach der Wirtschaftskrise wieder angezogene Nachfrage im zweiten Halbjahr 2010 hat sich im vergangenen Jahr nicht nur fortgesetzt, sondern noch deutlich beschleunigt.

„Ein wesentlicher Grund dafür liegt darin, dass Deutschland von vielen Filialisten als Insel der Stabilität angesehen wird“, so Christoph Scharf, Bereichsleiter Retail-Vermietung von BNP Paribas Real Estate. „Es bieten sich nach wie vor gute Rahmenbedingungen, um Expansionspläne voranzutreiben. Deshalb verwundert es nicht, dass sich auch internationale Labels wie beispielsweise Sandro und Maje, Scotch & Soda oder Boggi Milano zunehmend auf den Weg nach Deutschland machen.“

Luxusmarken groß im Kommen

Aber auch starke Marken aus Übersee sind weiter auf dem Vormarsch: So hat unter anderem Abercrombie & Fitch im Jahr 2011 seinen ersten Laden in Düsseldorf eröffnet, weitere in Hamburg und München sollen folgen. Labels wie 7 for all mankind oder Cotton on etablieren sich hier derzeit ebenfalls.

Besonders expansionsfreudig waren im vergangenen Jahr Luxuslabels. Im Fashion-Segment haben internationale Designerlabels wie Philip Plein und Moncler aus Italien erste Shops in Deutschland eröffnet oder sind konkret auf der Suche wie Paule KA aus Frankreich oder Roberto Cavalli aus Italien. Aber auch Luxusuhren-Brands wie Tag Heuer (LVMH-Konzern) und Omega (Swatch Group) haben ihre Expansionspläne forciert. Officine Panerai (Richemont) eröffnete im Dezember 2011 seinen ersten Store auf der Maximilianstraße in München. Auch der spanische Inditex-Konzern hat in Frankfurt den ersten Zara-Home-Store und in Berlin Deutschlands ersten Bershka-Laden eröffnet. Für weitere Konzepte wie Pull & Bear ist der Konzern auf der Suche nach Standorten in Deutschland.

Angebot in den A-Lagen weiterhin zu knapp

Auch im Jahr 2011 war das Angebot in den begehrten A-Lagen zu gering. Von den zusätzlichen Flächen, die im Laufe des Jahres in die Vermarktung gegangen sind, ist ein Großteil innerhalb kürzester Zeit bereits vermietet worden, sodass viele Gesuche nach wie vor nicht umgesetzt werden können. An B-Standorten und Nebenlagen ist die Angebotssituation dagegen deutlich entspannter.

Die lebhafte Nachfrage in Verbindung mit dem nach wie vor begrenzten Angebot hat zu deutlich steigenden Spitzenmieten in den Top-Lagen geführt. Im Durchschnitt haben sie in allen sieben in der Analyse berücksichtigten Standorten um gut fünf Prozent angezogen, am deutlichsten in Frankfurt mit plus elf Prozent. Die mit Abstand höchsten Mieten werden mit 330 Euro pro Quadratmeter für einen idealtypischen 100-Quadratmeter-Shop nach wie vor in München erzielt (2010: 315 €/m²).

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