16.03.2012 | Investoren

Deutsche Mieter zahlen ungern für energetische Sanierungen

Energiewende 2012: Drei von vier Mietern in Deutschland sind nicht bereit, sich an den Kosten für energetische Sanierungen zu beteiligen. Zu diesem Ergebnis kommt eine Umfrage von ImmobilienScout24 unter 1.041 Deutschen.

Einem Bericht zufolge plant das Bundesumweltministerium, die Vorschriften für Gebäudesanierungen in Deutschland zu verschärfen. Was den meisten Mietern nicht klar ist: Vermieter sollen künftig bis zu elf Prozent der Kosten für energetische Modernisierungen auf ihre Mieter abwälzen dürfen.

Geht es nach den Vorstellungen des Ministeriums, sollen Hausbesitzer in Zukunft noch stärker als bisher für die Klima- und Energieziele des Bundes geradestehen. Einen Teil der Kosten (bis zu 11 %), die für eine energetische Sanierung anfallen, dürfen Eigentümer oder Vermieter auf die Miete umlegen. Mehr als 50 Prozent der Befragten haben bisher nichts von dieser angedachten Regelung gehört.

Jeder Zehnte will bei Mietsteigerung ausziehen

Fragt man die Mieter nach ihrer Zahlungsbereitschaft für die anfallenden Kosten von energieeffizienten Modernisierungen, fallen die Antworten eindeutig aus: Drei Viertel (75 Prozent) der Befragten sprechen sich gegen die Pläne der Bundesregierung aus, dass Mieter an den Ausgaben für die Sanierung von Altbauten beteiligt werden sollen. Nur 16 Prozent empfinden Mehrkosten als gerechtfertigt.

Die Mehrzahl der Deutschen wäre dabei nur zur Zahlung jener Summe bereit, die sich gleichzeitig durch geringere Nebenkosten einsparen ließe (43 Prozent). Knapp jeder Fünfte gibt an, dass er sich eine Mieterhöhung überhaupt nicht leisten könne und jeder Zehnte würde im Falle der Mietsteigerung sogar ausziehen.

Verbesserungsbedarf beim Energiesparverhalten

Lediglich ein Viertel der Befragten wären dazu bereit, für einen positiven Beitrag zu den Klima- und Energiezielen des Bundes eine höhere Miete von bis zu 100 Euro pro Monat zu dulden.

Dabei besteht in Hinblick auf das Energiesparverhalten der Deutschen durchaus Verbesserungsbedarf. Weitaus weniger als die Hälfte der Befragten gibt an, sehr auf Energiesparmaßnahmen zu achten; vor allem die jüngere Generation erweist sich als energieverschwendend. Die größten Energiesünden der Deutschen: Elektrogeräte im Stand-by-Modus (38 Prozent), das Licht wird bei Verlassen des Raumes nicht gelöscht (26 Prozent), unbenutzte Ladegeräte verbleiben in der Steckdose (23 Prozent).

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