19.12.2011 | Investoren

Deutsche Gewerbeimmobilien bleiben für Investoren attraktiv

Der deutsche Gewerbeimmobilienmarkt behält seine hohe Attraktivität als Investitionsstandort. Das ergibt eine Befragung von Berlin Hyp und Landesbank Berlin. Dabei wurde als wichtigster Bestimmungsfaktor für Investitionen das Finanzierungsumfeld genannt.

80 Prozent der 300 Befragten bevorzugen Deutschland im europäischen Vergleich. Rund ein Viertel der Befragten bewertet den deutschen Markt für Gewerbeimmobilien sogar als „deutlich attraktiver“ als andere europäische Investitionsstandorte. Ausschlaggebend ist die realtiv gute Konjunkturentwicklung der deutschen Wirtschaft sowie der stabile Arbeitsmarkt. Dennoch belasten Rezessionsängste und Unsicherheiten im Finanzierungsumfeld die Erwartungen der Befragten.

Finanzierungsumfeld wichtigster Bestimmungsfaktor

Euro- und Staatsschuldenkrise, Zinsentwicklung sowie Finanzierungssituation bleiben für die Befragten die wesentlichen Bestimmungsfaktoren für die Branche. So sind 80 Prozent der Befragten der Ansicht, dass die fehlende politische Klarheit innerhalb der EU die Gefahr einer erneuten Rezession befeuert.

65 Prozent der Teilnehmer glauben, dass der Haircut für Griechenland die Kreditvergabemöglichkeiten der Banken künftig einschränken wird. In der Folge rechnen 46 Prozent der Befragten mit einem eher zurückhaltenden Engagement der Banken in den kommenden zwölf Monaten. Niederschlag findet die Unsicherheit auch in der Beurteilung der Zinsentwicklung. Nur noch 45 Prozent der Experten halten einen Anstieg der Langfristzinsen in den nächsten fünf Jahren für wahrscheinlich. Vor einem halben Jahr waren es noch 68 Prozent.

69 Prozent der Befragten gehen davon aus, dass Alternativen zum klassischen Bankdarlehen künftig an Bedeutung gewinnen. 66 Prozent glauben, dass insbesondere Versicherungen künftig eine größere Rolle in der Immobilienfinanzierung spielen werden.

Investmentmarkt auf Sicht in Warteposition

Die Transaktionsvolumina werden nach Ansicht der Experten in den kommenden zwölf Monaten nur noch moderat wachsen oder auf aktuellem Niveau verharren. So rechnen nur noch 42 Prozent der Befragten auch auf Sicht mit steigenden Volumina in diesem Segment (1. HJ 2011: 56 Prozent). Gleiches gilt für den Bereich Logistik (1. HJ 2011 58 Prozent). Am deutlichsten haben sich die Erwartungen bei den stark am Konjunkturzyklus hängenden Büroimmobilien eingetrübt. Hier gehen noch 34 Prozent von steigenden Volumina aus. (1. HJ 2011: 60 Prozent). Einzig im Segment Wohnen erwartet die Mehrheit der Befragten (63 Prozent) nach wie vor steigende Volumina, wenn auch verhaltener als noch vor sechs Monaten.

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