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Commerzbank will einen Teil der Eurohypo integrieren

Die Commerzbank versucht um den Verkauf der Eurohypo herumzukommen: Der Konzern wolle einen kleinen Teil des Immobilienfinanzierers eingliedern und den Rest abwickeln, schreibt die FAZ (Mittwoch).

Dabei nannte die Frankfurter Allgemeine Zeitung (FAZ) keine Quellen. Den Verkauf der Sparte hatte die EU der Commerzbank wegen der erhaltenen Staatshilfen im Winter 2008/09 aufgezwungen. Das Institut verhandle bereits mit der EU-Kommission, hieß es in dem Bericht. Die Verhandlungen würden aber vermutlich langwierig. Die Bank selbst wollte dies nicht kommentieren.

Die Ratingagentur Moody's hält die Eurohypo alleine für nicht überlebensfähig und stufte deshalb die Finanzstärke der Mutter herunter. Die Note für die Finanzkraft der Eurohypo wurde von "D-" auf "E+" gesenkt. Aus diesem Grund wurde auch die Einschätzung für die Commerzbank von "C-" auf "D+" herabgestuft. Demnach könnte die Commerzbank weiterhin externe Unterstützung brauchen. Die beiden Banken sind damit weiter abgerutscht, und die Eurohypo befindet sich jetzt am unteren Rand der Skala von "A" bis "E".

Kapitalplan muss bis Freitag eingereicht werden

Zudem steht die Bonität der Bank auf dem Prüfstand. Die Moody's-Experten begründeten die Überprüfung der Note mit der unsicheren Zukunft der Eurohypo. Die Einstufung der Zahlungsfähigkeit spielt für Banken normalerweise bei der Refinanzierung eine besonders wichtige Rolle, da die Finanzinstitute ihre Geschäfte laufend am Kapitalmarkt refinanzieren müssen. Bei einer schlechteren Einstufung durch die Ratingagenturen steigen bei normalem Marktumfeld die Kosten für die Kredite. Derzeit sichert die Europäische Zentralbank (EZB) allerdings die Refinanzierung der Banken durch zahlreiche Programme ab.

Bis Freitag muss die Commerzbank bei der Bafin ihren Plan einreichen, wie sie das von der europäischen Bankenaufsicht identifizierte Kapitalloch von 5,3 Milliarden Euro füllen will. Dabei kommt die Bank offenbar ohne weitere Staatshilfe aus. Derzeit hält der Staat rund 25 Prozent an der Commerzbank. Bankchef Martin Blessing will die Lücke mit einer Reihe von Maßnahmen schließen. Mit dem Rückkauf von eigenen Anleihen hat er bereits 700 Millionen Euro in der Kasse. Einem "Handelsblatt"-Bericht vom Freitag zufolge sollen 2,7 Milliarden Euro aus dem Abbau von Risiken stammen. Zudem soll die Allianz ihre Stille Einlage in hartes Eigenkapital umwandeln.

"Die Welt": Griechenland-Probleme erhöhen Kapitalbedarf

Eine weitere Milliarde solle vor allem durch einbehaltene Gewinne aufgebracht werden, zitierte die Frankfurter Allegemeine Zeitung Verhandlungskreise. "Der Kapitalplan enthält keine Kapitalerhöhung", hieß es in den Kreisen weiter. Diese Option wolle das Institut für den Fall in der Hinterhand behalten, dass die Finanzaufsicht Bafin die Pläne nicht für ausreichend hält und Nachforderungen stellt. Zudem könnte die Lücke wegen anhaltender Probleme in Griechenland höher ausfallen als gedacht. Dies berichtet die Tageszeitung "Die Welt".

Die Commerzbank rechnet demnach mit einem Kapitalbedarf von rund sechs Milliarden Euro. Aber auch diesen Bedarf wolle die Bank unter anderem durch den weiteren Rückkauf von eigenen Anleihen, Spartenverkäufen oder Bonus-Auszahlungen über Mitarbeiteraktien aus eigener Kraft stemmen. Die Bank wollte auch dies nicht kommentieren.

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