27.06.2012 | Immobilienfinanzierung

Commerzbank wickelt Eurohypo-Geschäft komplett ab

Wolken am Eurohimmel machen das Immobiliengeschäft für die Commerzbank unattraktiv
Bild: Commerzbank/Julia Schwager

Die Commerzbank verschärft ihren Konzernumbau: Das Institut kündigte an, aus der gewerblichen Immobilienfinanzierung auszusteigen und das Geschäft der Krisentochter Eurohypo komplett abzubauen.

Zudem überprüft die seit der Finanzkrise teilverstaatlichte Bank sämtliche Geschäftsbereiche. Die Ergebnisse sollen im Herbst vorliegen. Davon betroffen ist auch der Vorstand, in dem die Zuständigkeiten neu sortiert werden. Erst vor drei Monaten hatte die Commerzbank angekündigt, einen Teil der gewerblichen Immobilienfinanzierung der Eurohypo in die Kernbank integrieren zu wollen. Daraus wird nun nichts. Eine Kehrtwende sei das aber nicht, sondern eine Beschleunigung des bisherigen Kurses, erklärte Bankchef Martin Blessing. Die Verschlechterung der Lage an den Finanzmärkten sowie die künftig strengeren Kapitalanforderungen für Banken ("Basel III") machten die Geschäftsfelder nicht mehr attraktiv für die Commerzbank.

Immobilienfinanzierung für Privat- und Firmenkunden nicht betroffen

"Wir müssen die Risiken konsequent reduzieren und uns auf das Geschäft konzentrieren, das nachhaltig profitabel ist", erklärte Blessing. In dieses Geschäftsmodell passt das zyklische Geschäft mit gewerblichen Immobilien nicht mehr. Von dem Abbau nicht betroffen ist die Immobilienfinanzierung für Privat- und Firmenkunden.

Die EU hatte die Commerzbank Ende März dazu verpflichtet, die Eurohypo weitgehend abzuwickeln, lediglich einen Teil der gewerblichen Immobilienfinanzierung hätte die Bank behalten dürfen. Ursprünglich hatte die EU im Gegenzug für in der Finanzkrise erhaltene Staatshilfen den Verkauf der verlustreichen Tochter verlangt. Als sich dies als unrealistisch erwies, weil es keine Interessenten gab, erlaubte die Kommission die Abwicklung.

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