12.03.2013 | Bericht

US-Investoren wollen 5-Milliarden-Pfund schweres Eurohypo-Paket übernehmen

Die Commerzbank will sich bei der Abwicklung des Deals nicht hetzen lassen
Bild: Commerzbank/Julia Schwager

Einem Bericht der "Financial Times" (Dienstag) zufolge steht die Commerzbank kurz vor dem Abschluss bei der Abwicklung der Eurohypo: Eine Gruppe von US-Finanzinvestoren wolle in Großbritannien ein über fünf Milliarden Pfund schweres Immobilienfinanzierungs-Paket übernehmen.

Die Zeitung beruft sich auf mehrere mit der Angelegenheit vertraute Personen. Sollte der Verkauf gelingen, wäre die teilverstaatlichte Bank auf einen Schlag große Teile oder sogar das gesamte Geschäft der Eurohypo in Großbritannien los.

Einen Buchgewinn kann die Commerzbank bei dem Verkauf in Großbritannien allerdings wohl nicht erwarten. Die Finanzinvestoren um Blackstone, Lone Star und Starwood Capital wollten nur den Nominalwert für das Paket bezahlen, schrieb das Blatt. Keines der beteiligten Unternehmen habe die Informationen kommentiert. Die Commerzbank wickelt auf Druck der EU das Geschäft des einst größten Immobilienfinanzierers Europas, der inzwischen Hypothekenbank Frankfurt heißt, ab.

Commerzbank-Aktien legten am Vormittag um knapp drei Prozent zu

An der Börse kam der Bericht gut an. Commerzbank-Aktien legten am Vormittag um knapp drei Prozent zu und waren damit bester Wert im Dax. Ursprünglich hatte die Bank im Gegenzug für die in der Finanzkrise erhaltene Staatshilfe von rund 18 Milliarden Euro die seit Jahren defizitäre Eurohypo verkaufen müssen. Vor einem Jahr lockerte die EU-Kommission dann aber die Auflage und genehmigte die schrittweise Zerschlagung, weil sich partout kein Käufer für den Immobilienfinanzierer gefunden hatte.

Die Commerzbank will sich bei Abbau nicht hetzen lassen und möglichst wertschonend vorgehen. Möglich sind ein Verkauf der Kreditportfolios oder das Halten der Kredite bis zur jeweiligen Fälligkeit.

Schlagworte zum Thema:  Immobiliendienstleister, Immobilienfinanzierer

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