Commerzbank nutzt hohe Nachfrage nach Immobilieninvestments

Die Commerzbank-Immobilientochter Commerz Real hat im vergangenen Jahr Immobilien für 2,7 Milliarden Euro verkauft. Damit lag die Zahl der Verkäufe etwa doppelt so hoch wie die der Ankäufe (1,4 Milliarden Euro). „Wir haben die hohe Nachfrage nach Immobilieninvestments genutzt, um unser Portfolio gewinnbringend zu bereinigen“, sagt Andreas Muschter, Vorsitzender des Vorstands der Commerz Real.

„Wir nehmen gerne Gewinne mit und investieren das frei gewordene Geld in Immobilienmärkte, in denen die Preise unserer Ansicht nach noch Aufwärtspotential haben und in denen wir noch unterdurchschnittlich vertreten sind“, sagte Muschter der Frankfurter Allgemeinen Zeitung. Dazu gehörten Amerika und Australien.

In Frankfurt am Main trennte sich das Unternehmen von der Commerzbank-Zentrale: Das Hochhaus ging an eine Tochter des südkoreanischen Samsung-Konzerns und kaufte, ebenfalls in Frankfurt, ein Hotelprojekt der Marke "Novum Style" mit 190 Zimmern für den Hausinvest.

Die bedeutendsten Transaktionen 2016 waren der Verkauf des Frankfurter Taunusturms gemeinsam mit Tishman Speyer und der Kauf der Münchner Highlight Towers. Sie zählten zu den zehn größten Immobilientransaktionen Deutschlands im vergangenen Jahr.

Hausinvest verdoppelt Nettomittelzufluss

Auch beim Neugeschäft legte Commerz Real zu: Alleine der Hausinvest hat mit 1,4 Milliarden Euro seinen Nettomittelzufluss 2016 gegenüber dem Vorjahr mehr als verdoppelt (2015: 650 Millionen Euro).

Im Asset Management wurden 2016 Flächen im Volumen von rund 408.000 Quadratmetern vermietet. Das sind 13 Prozent mehr als im Vorjahr (360.000 Quadratmeter). Auch hier entfiel der größte Anteil auf den offenen Immobilienfonds Hausinvest.

Im Fokus: Digitalisierung und Ausbau des institutionellen Geschäfts

Schwerpunkte des aktuellen Geschäftsjahres sind laut Muschter die Digitalisierung sowie der Ausbau des institutionellen Geschäfts.

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Zu diesem Zweck hat die Commerz Real 2016 ein eigenes „Digital-Werk“ gegründet, dessen Aufgaben die Optimierung des Geschäftsmodells, die Flexibilisierung und Automatisierung der Geschäftsprozesse sowie eine effektivere Nutzung von Daten sind.

Man betrachte die Digitalisierung aus Sicht der Kunden: "Welche Dienstleistungen fragen sie heute nach, welche werden sie künftig nachfragen, und über welche Kanäle würden sie sie nutzen?“, erklärt Muschter.

Zudem setzt die Commerz Real neben dem Privatanlegergeschäft des Hausinvest verstärkt auf institutionelle Investoren und hat hierzu vier Spezialfonds, darunter in den Segmenten Hotel und Smart Living. „Wir erleben eine wachsende Nachfrage bei professionellen und semiprofessionellen Anlegern nach aktiv gemanagten Sachwertinvestments“, so Muschter weiter. Die ersten Closings seien für 2017 geplant.

Schlagworte zum Thema:  Immobilien, Investment