Die Commerz Real Kapitalverwaltungsgesellschaft (KVG) hat einen Europa-Fonds für Studenten- und Mikroapartments gestartet. Der "Commerz Real Institutional Smart Living Europe Fund" soll ein Portfolio aus zehn bis 15 Wohnanlagen in europäischen Universitätsstädten aufbauen. Das Investitionsziel liegt bei 500 Millionen Euro.

Etwa 250 Millionen Euro sollen bei professionellen und semiprofessionellen Investoren akquiriert werden. Geplant ist eine BVI-Rendite von jährlich fünf Prozent. Investoren schätzen den Renditevorsprung vor klassischen Wohnimmobilien, wie eine Analyse von CBRE zeigt.

Der "Institutional Smart Living Europe Fund" ist der zweite Spezialfonds, den die Commerz Real im Segment Studierenden- und Mikroapartments auflegt. Das Vorgängerprodukt aus dem Jahr 2016 konzentriert sich auf Deutschland und ist nach Angaben des Unternehmens inzwischen bei knapp 150 Millionen Euro Eigenkapital platziert.

"Steigende Studierendenzahlen, die Flexibilisierung des Arbeitsmarktes und der Anstieg der Single-Haushalte treiben europaweit die Nachfrage nach Mikroapartments." (Johannes Anschott, Vorstand der Commerz Real)

Laut UNESCO hat sich die Anzahl der Studierenden seit dem Jahr 2000 weltweit mehr als verdoppelt, die OECD geht von einer Vervierfachung im Zeitraum von 2000 bis 2025 aus. Auch die Mietpreise für Studentenwohnungen sind rasant gestiegen, wie eine Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft Köln (IW) und der Deutschen Real Estate Funds (DREF) in Kooperation mit ImmobilienScout24 sowie eine Analyse von Empirica zeigen. Besonders begehrt sind München, Frankfurt am Main und Köln einem Report von CBRE und der Deutschen Kreditbank AG (DKB) zufolge.

Mikrolage wichtig für die Anlageentscheidung

Neben der Betreiber- und Objektqualität spielen laut Commerz Real die Drittverwendungsmöglichkeit und die Mikrolage für die Anlageentscheidung eine Rolle.

"Geeignete Voraussetzungen sind die gute Anbindung an den öffentlichen Personenverkehr, eine geringe Entfernung zu Universität, urbanem Leben und Stadtmitte sowie die Nähe zu Versorgern des täglichen Bedarfes", so Anschott.

 

Commerz Real sieht mittelfristig durchaus Potenzial für eine eigene Produktklasse innerhalb des institutionellen Portfolios. Etwa Corestate will im Laufe der nächsten eineinhalb Jahre 2,4 Milliarden Euro in Micro Living Objekte investieren.

Was die Assetklasse Micro Living angeht, sind die Rahmenbedingungen für Investments in den europäischen Ländern unterschiedlich: Sehr gut schneiden Deutschland, Frankreich, Großbritannien und die Niederlande ab, wie eine Studie von Bulwiengesa und Union Investment zeigt.

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