17.04.2015 | Unternehmen

CA Immo erreicht keine 15 Prozent an Immofinanz

Immofinanz beendet Gefecht um CA Immo-Aktien
Bild: MEV Verlag GmbH, Germany

Aus den geplanten Anteilserwerben der Immobiliengesellschaften CA Immo und Immofinanz wird vorerst nichts. CA Immo erreichte statt den anvisierten 15 nur sechs Prozent an der Immofinanz. Diese wiederum zog ihr Angebot auf den Erwerb von 29 Prozent an der CA Immo überraschend komplett zurück. Außerdem wurden Horst Populorum (41) und Wolfgang Schischek (71) in den Aufsichtsrat gewählt.

Der Vorstand der Immofinanz hatte den Aktionären vor einigen Tagen abgeraten, das öffentliche Teilangebot von CA Immo in Höhe von 2,80 je Aktie anzunehmen. Mit ad-hoc Mitteilung vom 23. März hatte die Immofinanz AG ein freiwilliges öffentliches Teilangebot für bis zu 29 Prozent des Grundkapitals der CA Immobilien Anlagen AG angekündigt.

CA Immo wollte für 420 Millionen Euro 13,5 Prozent des Immofinanz-Grundkapitals (beziehungswiese 15 Prozent nach Abzug der Immofinanz-eigenen Aktien) kaufen, wie die Wiener Zeitung berichtet. Samt den Parallelerwerben über die Börse kamen die Bieter aber nur auf 6,08 Prozent.

Der Vorstand hat in der außerordentlichen Hauptversammlung vom 17. April keinen Beschlussantrag zur Genehmigung dieses Teilangebots gestellt. Ein Teilangebot für Aktien der CA Immobilien Anlagen AG wird als nicht für sinnvoll erachtet, weil mit der geplanten Anhebung des Quorums auf 75 Prozent kein adäquater Einfluss der Immofinanz im Aufsichtsrat mehr möglich wird.

Mit einer deutlichen Mehrheit von 71,88 Prozent haben die Immofinanz-Aktionäre aber der vom Management beantragten Senkung der Übernahme-Kontrollschwelle von 30 auf 15 Prozent zugestimmt. Künftig muss schon bei Überschreiten dieser niedrigen Schwelle allen Aktionären eine verpflichtendes Übernahmeofferte angeboten werden.

Dadurch sollen feindliche Einstiege erschwert beziehungsweise die Dominanz durch relativ kleine stimmberechtigte Aktienpakete in Hauptversammlungen verhindert werden. Zumindest sollte in einem solchen Kontrollfall den Aktionären eine Prämie angeboten werden.

Die Anträge für zwei weitere Satzungsänderungen - eine Erhöhung der Beschlussmehrheit zur Abberufung von Aufsichtsratsmitgliedern sowie eine Änderung der zulässigen Mandatsdauer bei der Ersatzwahl von Aufsichtsratsmitgliedern - erhielten nicht die erforderliche Mehrheit.

Außerdem wurden Horst Populorum (41) und Wolfgang Schischek (71) in den Aufsichtsrat gewählt. Der Aufsichtsrat setzt sich somit aus sechs Kapitalvertretern zusammen (Michael Knap, Vorsitzender des Aufsichtsrats, Rudolf Fries, stellvertretender Vorsitzender, Christian Böhm, Horst Populorum, Wolfgang Schischek und Nick J.M. van Ommen). Die Maximalanzahl der von der Hauptversammlung zu wählenden Aufsichtsratsmitglieder ist auf sechs reduziert worden.

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