Die Spitzenmieten in den Top-7-Bürostandorten in Deutschland haben im Jahresschnitt um 4,6 Prozent zugelegt, die Durchschnittsmieten sogar um 9,3 Prozent. Die Spitzenrendite liegt bei 3,24 Prozent und bleibt damit auf historisch niedrigem Niveau. Zunehmend erfassen die niedrigen Renditen auch die Nebenlagen. Das geht aus dem halbjährlichen Büroimmobilienindikator von Wealthcap hervor.

Im Mittelpunkt der Analyse stehen die Entwicklungen in den vier Bereichen Marktumfeld, Verhaltensvariablen, Büroinvestment- und Vermietungsmarkt. Für die Top-7-Standorte wird der Indikator durch aktuelle Marktzahlen des Immobilienberaters JLL ergänzt, dem Partner bei der Erstellung der Analyse.

Auf Investorenseite verzeichnet der Indikator weiter starke Nachfrage nach Immobilien aufgrund des niedrigen Zinsniveaus und des nach wie vor deutlichen Renditespreads zwischen Immobilienrenditen und deutschen Staatsanleihen. Die Risikobereitschaft der Anleger steige dabei leicht und Value-Add sowie Nebenlagen rückten stärker in den Fokus. Die leicht rückläufige Neukreditvergabe deute trotz des Margendrucks unter den Banken auf ein Beibehalten der strikten Kreditvergaberichtlinien hin.

Gesamtfazit für Investmentmarkt eher negativ

Das Gesamtfazit für den Investmentmarkt fällt eher negativ aus. Zwar habe sich das gewerbliche Transaktionsvolumen bei 25,6 Milliarde Euro stabilisiert, doch die generelle Angebotsknappheit bleibe bestehen. Zunehmend erfassen die niedrigen Renditen laut Wealthcap auch Nebenlagen sowie Liegenschaften mit schwächerer Gebäudesubstanz oder kurzen Mietrestlaufzeiten. Insgesamt bleibe die Spitzenrendite damit auf historisch niedrigem Niveau, wobei eine Bodenbildung erkennbar sei.

Weiter steigende Mieten erwartet

Für den Bürovermietungsmarkt fällt das Wealthcap-Fazit eindeutig positiv aus. Die Leerstände sinken über die Top-7-Märkte hinweg weiter und angesichts der hohen Vorvermietungsquoten bei Projektentwicklungen sei kein spekulativer Neubau zu erkennen. Besonders dynamisch hat sich zuletzt der Markt in Berlin entwickelt. Wealthcap erwartet, dass Spitzenmiete im Jahresverlauf im Schnitt der Top 7 die Marke von 30 Euro pro Quadratmeter erreichen wird. Das begrenzte Flächenangebot führe zu steigenden Mieten auch abseits der klassischen Top-Lagen.

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