Die Risikoneigung der Investoren am Immobilienmarkt ist in den zwölf Monaten bis einschließlich März 2018 deutlich von 51 Prozent auf 45 Prozent zurückgegangen. Das geht aus einer aktuellen Untersuchung der europäischen Investmentplattform Brickvest hervor. Gleichzeitig kam es demnach bei den Deal-Sponsoren zu einem Anstieg von 50 Prozent auf 53 Prozent, sodass sich mit acht Prozentpunkten der bislang größte gemessene Abstand zwischen beiden Gruppen ergab.

Im zweiten Quartal reduzierte sich die Differenz laut Brickvest zwar auf vier Prozentpunkte, blieb damit aber immer noch größer als in jedem Quartal des Jahres 2017.

Der neue „Sponsor and Investor Risk Appetite Index“ (SIRAI) von Brickvest, der Teil von Brickvests „Commercial Real Estate Trends Report 2018“ ist, basiert auf einer Befragung unter rund 4.500 Immobilieninvestoren und 600 Deal-Sponsoren, die laut Angaben von Brickvest zusammen verwaltete Vermögenswerte im Gesamtvolumen von 446 Milliarden Euro repräsentieren.

Investoren konzentrieren sich auf Strategien mit geringen Risiken

Die Studie zeigt, dass seit dem ersten Quartal 2017 das Interesse von Investoren an Transaktionen mit hohen Risiken deutlich abgenommen hat. Das hatte auch bereits die März-Umfrage von Brickvest gezeigt. Stattdessen konzentrierten sie sich auf Strategien mit niedrigen bis moderaten Risiken. Besonders ausgeprägt sei dieser Trend unter britischen, US-amerikanischen und französischen Investoren, wogegen deutsche Investoren noch stärker an Opportunistischen und Development-Strategien interessiert blieben. Insgesamt zeigen die Resultate der Untersuchung, dass Liquidität ein deutlich wichtigeres Investmentziel geworden ist, insbesondere bei britischen und deutschen Investoren, wo das entsprechende Interesse seit dem ersten Quartal 2017 um 55 Prozent beziehungsweise 89 Prozent zunahm.

Deal-Sponsoren suchen nach riskanteren Deals mit höheren Renditen

Umgekehrt haben sich Deal-Sponsoren laut der Studie auf der Risikokurve weiter nach oben bewegt, um angesichts des verschärften Wettbewerbs um Core- und Core-Plus-Assets ihre Renditeziele noch erreichen zu können. Am stärksten war diese Tendenz bei britischen Deal-Sponsoren ausgeprägt. Sie fokussierten sich stärker auf opportunistische und Development-Strategien als ihre europäischen und US-amerikanischen Pendants, die eine stärkere Präferenz für Value-added-Transaktionen zeigten.

Darüber hinaus wurde laut Brickvest deutlich, dass beim Kapitaleinsatz von Deal-Sponsoren für Value-Added-Transaktionen der bislang höchste Anstieg im Vergleich zum entsprechenden Vorjahreswert zu verzeichnen war, insbesondere bei größeren Deal-Sponsoren, die Vermögenswerte von mehr als einer Milliarde GBP verwalten. Während des ersten Quartals belief sich der auf die Kategorie Value-Added entfallende Anteil am Gesamtvolumen des von ihnen eingesetzten Kapitals auf 33 Prozent, während auf die Kategorie Core mit elf Prozent so wenige Kapitalzuflüsse entfielen wie auf keine andere Kategorie.

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