Die Böblinger Baugesellschaft (BBG) will künftig alle Wohngebäude nach den Richtlinien der Deutschen Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen (DGNB) erstellen. Das sei in Deutschland einzigartig, sagt die BBG. Auf der Immobilienmesse Expo Real in München haben zudem die DGNB und das Bundesministerium des Innern, für Bau und Heimat (BMI) eine gemeinsame Erklärung zur Qualität von Bewertungssystemen des nachhaltigen Bauens verfasst.

Das Grundsatzpapier von DGNB und BMI fasst die wichtigsten Parameter des nachhaltigen Bauens und der dazugehörigen Bewertungsmethodik zusammen. Es stellt heraus, warum eine konsequente Betrachtung des gesamten Lebenszyklus eines Gebäudes genauso wichtig ist wie ein performanceorientierter Ansatz, der Wirkungen bewertet und damit Innovation fördert, anstatt konkrete Maßnahmen vorzugeben. Auch die Schaffung einer transparenten Ausgangslage für einen optimalen Gebäudebetrieb und spätere Umbau- oder Sanierungsmaßnahmen ist nach dem Verständnis von DGNB und BMI eine zentrale Motivation für nachhaltiges Bauen. Nicht zuletzt gehe es immer auch um Zukunftssicherheit und Risikominimierung, weshalb eine konsequente Orientierung an den EU-weiten Grundsätzen und Normen elementar sei.

BBG will Vorreiter im nachhaltigen Bauen werden

Eine Vorreiterrolle beim nachhaltigen Bauen will die Böblinger Baugesellschaft werden. Die BBG, die aktuell mehr als 700 Wohnungen in der Region Stuttgart plant und baut, will zukünftig alle Wohngebäude nach DGNB-Richtlinien errichten. Mit dem Schritt wolle die BBG ein Zeichen in der Wohnungswirtschaft setzen und als Pionier neue Wege gehen, teil das Unternehmen mit.

"Nachhaltiges Bauen ist für uns ein Thema, das wir mit Nachdruck behandeln. Wir wollen auf diese Weise ökologisch ein Zeichen setzen, gleichzeitig aber auch das Wohnen noch lebenswerter machen." (Rainer Ganske, Geschäftsführer der Böblinger Baugesellschaft)

Nachhaltiges Bauen gehe alle an – als wachsendes Wohnungsbauunternehmen habe die Böblinger Baugesellschaft sich deshalb ganz bewusst zu diesem Schritt entschlossen. "Ich hoffe, dass andere Gesellschaften unserem Weg folgen werden", so Ganske.

Energieverbräuche reduzieren, Ressourcenschutz unterstützen

Die BBG will auf diese Weise langfristig Energieverbräuche reduzieren und den Ressourcenschutz unterstützen.

Mithilfe von schadstoffarmen und emissionsarmen Materialien sollen die Bewohner zudem ein verbessertes Raumklima vorfinden. Daneben schaffe die BBG barrierefreien Wohnraum und integriere auch soziale Nutzungen in den Bauprojekten. Für die Eigentümer ergebe sich durch diese Nachhaltigkeit eine Wertesicherung.

DGNB-Zertifizierungen gibt es bislang hauptsächlich für einzelne Gebäude. Das Transaktionsvolumen mit zertifizierten Green Buildings belief sich 2017 auf 7,92 Milliarden Euro. Damit wurde das Vorjahresergebnis um sieben Prozent übertroffen.

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