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BayernLB macht mehr als eine halbe Milliarde Euro Verlust

Die BayernLB steuert auf einen massiven Jahresverlust zu
Bild: BayernLB

Die BayernLB steuert auf einen massiven Jahresverlust zu. Im dritten Quartal belastete die Trennung von der ungarischen Tochter MKB das Kerngeschäft: Die Landesbank machte unter dem Strich einen Verlust von 714 Millionen Euro. Das Kundengeschäft sei aber stabil, teilte das Unternehmen mit. 

Geplant ist die Eröffnung vier neuer Filialen außerhalb Bayerns.

Damit ergibt sich für die ersten neun Monate ein Minus von mehr als einer halben Milliarde Euro. Im Vorjahreszeitraum stand noch ein Gewinn von rund 600 Millionen Euro in den Büchern. BayernLB-Chef Johannes-Jörg Riegler sprach am Montag in München von einem "Jahr des Übergangs" für die Landesbank. Man sei stark genug, um die abgebauten Altlasten zu verarbeiten, sagte er, einen konkreten Ausblick auf das kommende Jahr gab er nicht.

Nach jahrelangen Verlusten hatte die BayernLB die MKB im Sommer an den ungarischen Staat abgegeben und dabei kräftig draufgezahlt. Dieser Effekt machte sich im dritten Quartal bemerkbar. Im vierten Quartal wird sich auch noch der Verkauf des Milliarden-Portfolios fauler Hypothekenpapiere (ABS) in den Zahlen niederschlagen. Ein Verlust für das Gesamtjahr ist damit bereits besiegelte Sache.

Die Entwicklung im Kerngeschäft stimmt Riegler aber zuversichtlich. "Unser Kundengeschäft läuft trotz des niedrigen Zinsniveaus und der Investitionszurückhaltung vieler Unternehmen sehr stabil." Um noch mehr Firmenkunden zu gewinnen, will die Landesbank außerhalb Bayerns vier neue Filialen eröffnen. Die Entscheidung darüber sei im Vorstand bereits gefallen, hatte Vorstand Michael Bücker in der vergangenen Woche in der "FAZ" angekündigt.

"Stuttgart, Hamburg und Berlin werden neue Vertriebsstandorte für unser Firmenkundengeschäft sein", sagte Riegler. Hinzu komme Frankfurt mit dem Schwerpunkt auf Immobilien. In den vergangenen Jahren war die Landesbank in fast allen Bereichen
geschrumpft: Von einst rund 20.000 Mitarbeitern sind inzwischen durch eine Reihe von Verkäufen nur noch gut 5.600 übrig geblieben.

Mit dem Verkauf der MKB und den ABS-Papieren war die BayernLB bei der Entsorgung ihrer Altlasten wieder einen großen Schritt voran gekommen. Ein Risiko bleibt aber ein schwelender Rechtsstreit um die Rückzahlung von Milliardenkrediten der einstigen Österreich-Tochter Hypo Alpe Adria (HGAA). In der kommenden Woche beschäftigt sich das Landgericht München erneut mit dem Fall. An insgesamt vier Verhandlungstagen von Dienstag bis Freitag sind 14 Zeugen geladen. Die BayernLB pocht vor Gericht auf die Rückzahlung von mehr als zwei Milliarden Euro. Die HGAA ihre Zahlungen Ende 2012 eingestellt und damit Empörung in Bayern ausgelöst.

Schlagworte zum Thema:  Immobiliendienstleister, Immobilienbank

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